Die riesige Sonnenfleckengruppe AR 447828

Eine riesige Gruppe an Sonnenflecken überzieht den Ausschnitt der Sonne, der hier abgebildet ist. Man sieht sie sogar ohne Teleskop mit Finsternisbrillen.
Bildcredit und Bildrechte: Alfredo Vidal Pérez

Aktuell zieht eine der größten Sonnenfleckengruppen der letzten Zeit über die Sonne. Die Aktive Region 4478 ist nicht einfach nur groß, sie ist gewaltig. Ihre verschlungenen Magnetfelder können riesige Wolken aus geladenen Teilchen ins Sonnensystem schleudern. Man nennt diese Wolken koronale Massenauswürfe (KMA). Einige dieser KMA könnten die Erde treffen.

Im Extremfall führen solche Sonnenstürme dazu, dass Satelliten in der Erdumlaufbahn ausfallen. Sie können auch die Erdatmosphäre leicht verzerren, und es kann zu Überspannungen in Stromnetzen kommen. Wenn diese Teilchen auf die obere Atmosphäre der Erde treffen, lösen sie prachtvolle Polarlichter aus.

Oben seht ihr die Region AR 4478 und ihre dunklen Flecken in sichtbarem Licht. Sie wurde vor wenigen Tagen im spanischen Barcelona fotografiert. Die Gruppe AR 4478 ist fast so groß wie AR 3664, die im Jahr 2024 die Sonne schmückte. Man sieht sie sogar ohne Teleskop mit Brillen für Sonnenfinsternisse. Weltweit verfolgen Leute diese Woche nicht nur AR 4478. Sie haben auch gute Chancen, am Nachthimmel helle Polarlichter zu sehen, die damit einhergehen.

Himmlische Überraschung: Was zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

Zur Originalseite

SDO beobachtet einen koronalen Massenauswurf

Videocredit: NASA, SDO, AIA; Bearbeitung: Richard Petarius III (MTU); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Warum schleudert die Sonne Materie auf uns? Die Oberfläche der Sonne brodelt. Sie ist ein Mix aus energiereichen Elektronen und Ionen, den man als Plasma bezeichnet. Die geladenen Teilchen folgen Schleifen im Magnetfeld, die größer sind als die Erde. Diese Schleifen verdrehen und verformen sich und schließen Plasma ein.

Die Aufnahme in Zeitraffer entstand am 24. April 2026. Zwei Stunden lang filmte das Solar Dynamics Observatory (SDO). Das Video zeigt, was passiert, wenn diese Magnetfelder überdehnt werden: Sie reißen und schleudern Milliarden Tonnen Plasma in den Weltraum (also Billionen an Kilogramm). Das Plasma hat dabei eine Geschwindigkeit von Millionen km/h. So ein Phänomen nennt man koronalen Massenauswurf (KMA). Wenn die Sonne den Höhepunkt ihres Aktivitätszyklus erreicht, setzt sie täglich einige KMA frei. Der letzte Höhepunkt an Aktivität fand im Jahr 2025 statt.

Wenn so eine Eruption die Erde trifft, kann sie Stromnetze stören oder Satelliten außer Betrieb setzen. Manchmal sind sogar Astronautinnen und Astronauten in Gefahr. Deshalb ist es so wichtig, das Wetter im Weltraum zu überwachen.

Zur Originalseite

Nordlichter in Florida

Über dem Strand von Shired Island in Florida schimmert rotes Polarlicht. Dahinter zischt ein Meteor über den Himmel. Das Bild stammt vom 11. November 2025.

Bildcredit und Bildrechte: Samil Cabrera

Polarlichter haben den Himmel über Florida erreicht. Dieser Aufnahme entstand am 11. November am Strand von Shired Island in Florida. Die strahlend helle Spur eines Meteors zieht über den Sternenhimmel. Wir erwarten gerade die Sternschnuppen des jährlichen Meteorstroms der Tauriden.

Aber die Kamera fing auch das schimmernde Leuchten eines Polarlichts ein. Dieses Phänomen ist ja normalerweise nur in höheren Breiten zu beobachten. Die Nordlichter sind auch als Aurora Borealis bekannt. Derzeit sieht man sie in vielen Teilen der Welt. Sie werden von starken geomagnetischen Stürmen verursacht. Das stürmische Weltraumwetter der letzten Tage wird von der starken Aktivität der Sonne ausgelöst. Aktuell ziehen viele koronale Massenauswürfe in die Richtung der Erde.

Zur Originalseite

Die Erde in einem heftigen Sonnensturm

Video Credit: NASASVS, SWRC, CCMC, SWMF; T. Bridgeman et al.

Kann unsere Sonne gefährlich werden? Ja, manchmal. Alle paar Jahre stößt die Sonne eine beängstigend große Blase aus heißem Gas in das Sonnensystem aus. Etwa alle hundert Jahre, wenn der Zeitpunkt, der Ort und die Magnetfeldverbindungen genau passen, trifft so ein koronaler Massenauswurf (KMA) auf die Erde.

Wenn dies geschieht, erlebt die Erde dramatische Polarlichter. Außerdem wird ihr Magnetfeld schnell zurückgedrängt und komprimiert. Das führt zu Stromausfällen. Einige dieser Überspannungen können gefährlich sein. Sie können Satelliten beeinträchtigen und Stromnetze lahmlegen. Die Reparatur kann Monate dauern.

So ein Sturm ereignete sich 1859 und führte zu Funkenbildung in Telegrafenleitungen. Es war das sogenannte Carrington-Ereignis. Ein ähnlicher KMA zog 2012 nahe an der Erde vorbei. Das Video zeigt die Animation eines Computermodells. Es zeigt eindrücklich, was passiert wäre, wenn es einen direkten Treffer gegeben hätte. In diesem Modell wird die Magnetosphäre der Erde so stark komprimiert, dass sie bis in die Umlaufbahn geosynchroner Kommunikationssatelliten gelangt.

Zur Originalseite

Die besten Bilder nah an der Sonne

Videocredit: NASA, JHUAPL, Naval Research Lab, Parker Solar Probe

Ihr alle seht die Sonne. Niemand von euch war jemals dort. Die NASA startete im Jahr 2018 die automatische Parker Solar Probe (PSP). Sie sollte erstmals Bereich ganz nah an der Sonne erforschen.

Dieses Video zeigt im Zeitraffer den Blick von der PSP seitlich am Sonnenschutzschild vorbei. Es entstand im Dezember, als die Sonde der Sonne so nah wie keine andere von Menschen gebaute kam. Sie flog in nur etwa fünf Sonnendurchmessern an der heißen Oberfläche der Sonne vorbei. Die Weitwinkelkameras (WISPR) der PSP nahmen diese Bilder während sieben Stunden auf. Ihr könnt sie hier aber innerhalb von fünf Sekunden sehen.

Sie zeigen die Korona der Sonne und zusammenstoßende koronale Materieauswürfe in nie zuvor gesehener Genauigkeit. Im Hintergrund ziehen Sterne vorbei.

Die Sonne ist die dominierende Energiequelle unseres Planeten. Ihr variabler Sonnenwind drückt außerdem die Erdatmosphäre zusammen und verursacht Polarlichter. Er beeinflusst Stromnetze und kann sogar Kommunikationssatelliten in ihrer Umlaufbahn um die Erde beschädigen.

Zur Originalseite

Parker: Das Sonnensystem in der Nähe der Sonne

Videocredit: NASA, JHUAPL, Forschungslabor der Marine, Parker Solar Probe; Hut ab: Richard Petarius III; Musik: Russische Ostern, konzertante Ouvertüre, Opus 36 von N. Rimski-Korsakow; Quelle: Musopen; Aufführung: Tschechisches Nationales Symphonieorchester (via Musopen); Musik-Credit: Wikimedia Commons

Wenn ihr lange genug wartet, kommt ein Komet. Davor seht ihr unser Sonnensystem von innerhalb der Merkurbahn. Dort umrundet die NASA-Sonde Parker Solar Probe die Sonne. Von ihr stammt dieses Video. Es zeigt koronale Ströme im Sonnenwind, einen kleinen koronalen Massenauswurf und Planeten. Die Reihenfolge ihres Auftritts ist: Merkur, Venus, Saturn, Erde, Mars und Jupiter.

Zwischen Erde und Mars taucht Komet Tempel 1 auf. Er hat einen markanten Schweif. Die ständigen flüchtigen Streifen stammen von energiereichen Teilchen der Sonne, die auf Parkers Kamera einschlagen. Die Kamera ist zur Seite gerichtet.

Das Zeitraffervideo wurde letztes Jahr bei der 21. Begegnung aufgenommen. Es war Parkers 21. Annäherung an die Sonne. Die Daten und Bilder der Raumsonde Parker werden untersucht. So versteht man besser, wie sich die dynamische Sonne auf das Weltraumwetter der Erde und die Stromnetze der Menschen, Raumsonden und Astronautinnen* im All auswirkt.

Zur Originalseite

Polarlicht-Kolibri über Norwegen

Foto des noch dunkelblauen Dämmerhimmels nach Sonnenuntergang im Hochformat. Im Vordergrund ist ein schneebdeckter, felsiger Hang mit einigen Bäumen. Am Himmel steht ein rotes und grünes Polarlicht, dessen Form an einen Kolibri erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: Mickael Coulon

Ist das der größte Kolibri aller Zeiten? Auch wenn es einem flatternden Nektartrinker ähnelt, handelt es sich um ein wunderschönes, buntes Polarlicht. Seine Strahlen erinnern sogar an Federn.

Dieses Polarlicht war sehr hell. Es war während der Blauen Stunde mit bloßem Auge sichtbar. Die Blaue Stunde ist der Zeitraum kurz nach Sonnenuntergang, während dessen der Himmel dunkelblau erscheint.

Wie ein Kolibri sah das Polarlicht jedoch nur durch eine empfindliche Kamera aus. Sie kann auch schwache Lichtquellen farbig erfassen.

Rotes Polarlicht tritt in der Regel weiter oben in der Erdatmosphäre auf als grünes. Die echte, dreidimensionale Form dieses Polarlichts sähe daher ganz anders aus.

Polarlicht entsteht, wenn Explosionen auf der Sonne energiegeladene Teilchen in Richtung der Erde schleudern. Strömen diese in die Erdatmosphäre, können sie dort Atome und Moleküle von Stickstoff und Sauerstoff zum Leuchten bringen.

Dieses Bild wurde vor etwa zwei Wochen über Lyngseidet in Norwegen, aufgenommen.

Zur Originalseite

Polarlicht-Zeitraffer über den italienischen Alpen

Videocredit und -rechte: Cristian Bigontina

Habt ihr letzte Nacht das Polarlicht gesehen? Diese Frage beschäftigte vor ein paar Tagen viele Menschen weltweit. Denn ungewöhnlich weit von den Polen der Erde entfernt war ein mächtiger Polarlichtsturm zu sehen.

Der Auslöser dafür war eine riesige Sonnenfackel der X-Klasse. Diese schleuderte am Dienstag energiereiche Elektronen und Protonen ins Sonnensystem. Diese traten über das Magnetfeld der Erde mit dem Planeten in Verbindung. Die Teilchen trafen hoch in der Erdatmosphäre auf Sauerstoffatome. Das ganze Bild ist von ihrem roten Leuchten durchflutet. Dabei tanzten senkrechte Streifen.

Das Zeitraffervideo zeigt eine Stunde komprimiert. Die Aussicht reicht von Cortina d’Ampezzo über die Gipfel der Alpen in Norditalien. Die Sterne unserer Milchstraße sprenkeln den Hintergrund. Im Vordergrund ziehen Flugzeuge und Satelliten ihre Streifen. Die aktuelle hohe Aktivität unserer Sonne liefert wahrscheinlich noch etwa ein Jahr lang malerische Polarlichter auf der Erde.

Galerie: Weltweite Polarlichter vom 10. auf 11. Oktober 2024

Zur Originalseite