Die Finsternis und die Störchin

Eine Störchin steht auf einem Bein im Nest, bereit zum Schlaf, während hinter die teilweise verfinsterte Sonne untergeht. Das Bild im Gegenlicht ist stark orange gefärbt.
Bildcredit und Bildrechte: Włodzimierz Bubak; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie reagieren Tiere auf eine totale Sonnenfinsternis? Hier ruht eine Störchin während der partiellen Phase der totalen Sonnenfinsternis, die kürzlich stattfand, auf ihrem Nest, das in Polen steht. Wenn ihr das Glück habt, an einem ruhigen Ort in der Natur eine totale Finsternis zu erleben, bemerkt ihr vielleicht, wie Tiere sich tagsüber ungewöhnlich verhalten.

Während der Totalität hört ihr vielleicht nächtliche Geräusche wie Grillen oder Frösche, und ihr seht vielleicht Glühwürmchen. In der Dunkelheit sind die meisten Vögel still. Enten und andere Wasservögel denken, es wäre Zeit zu schlafen, und bereiten sich darauf vor, auf einem Bein zu ruhen. Sie verdrehen ihre Köpfe und stecken die Schnäbel unter die Rückenfedern (sie schlafen nicht wirklich mit dem Kopf unter einem Flügel).

Wenn das Sonnenlicht am Ende der Totalität zurückkehrt, grüßen Singvögel die „neue Dämmerung“ mit ihren Morgenliedern. Die Grillen und Frösche sind wieder still. Tiere und Menschen setzen ihr Leben fort, das die zufällige Anordnung von Sonne und Mond nur kurz unterbrochen hat.

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Sonnenfinsternisse und Kulturen

Das Bild ist aus vielen Streifen zusammengesetzt. In jedem Streifen ist die Sonne während einer anderen Phase der Finsternis zu sehen. Der Streifen in der Mitte, der die Totalität zeigt, ist dunkel. Nachrechts hin geht die Sonne unter, daher werden die Streifen dort zunehmend dunkler und rötlicher.
Bildcredit und Bildrechte: Javier Castro; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Stellt euch vor, ihr hättet noch nie von einer Sonnenfinsternis gehört. Euer ganzes Leben lang konnte man vorhersagen, wie sich die Sonne verhält. Doch eines Tages seht ihr mit eigenen Augen, wie sich der Himmel so verfärbt wie auf dem gestreiften Bild von heute. Es wurde bei der Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in einem Zeitraum von zwei Stunden aufgenommen. Die Sonne verschwindet bis auf einen hellen, leeren Ring. Was würdet ihr denken, was passiert ist?

Menschen deuteten Finsternisse in der Geschichte auf verschiedenste Weise. Ihre Beobachtungen integrierten sie mit Ideen von Verbundenheit, Gefahr oder Wiedergeburt in ihre Kulturen. „Eklipse“ leitet sich vom griechischen Wort „ékleipsis“ ab, das bedeutet „Verlassen“. Im antiken Griechenland zeigte eine Sonnenfinsternis den Zorn der Götter, indem die Sonne die Menschheit verließ.

Für das Volk der Diné ist die himmlische Anordnung eine Zeit der Erneuerung. Aus Respekt und um sich vor zu viel Sonnenlicht zu schützen, bleiben die Diné im Haus, bis sich Sonne und Mond wieder trennen. Die Batammariba in Benin und Togo glauben, dass Sonne und Mond bei einer Finsternis miteinander kämpfen. Daher ruft die Gemeinschaft zu Frieden untereinander auf.

Finsternisse sind ein Beispiel für eine lange Verbindung zwischen Astronomie und Gesellschaft.

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Ein Flugzeug vor der Mondfinsternis

Der teilweise verfinsterte Mond füllt beinahe das Bild. Von rechts fliegt ein Flugzeug davor vorbei. Der dunkle Mondschatten ist links unten.
Bildcredit: Paulo Ferreira

Musste man in diesem Flugzeug auf der rechten Seite sitzen, um die Finsternis zu sehen? Nein. Eine Mondfinsternis sieht man auf der ganzen Erdhälfte, die während der Finsternis zum Mond zeigt. Daher zählen Mondfinsternisse zu den astronomischen Ereignissen, die am häufigsten beobachtet werden.

Man braucht nicht einmal spezielle Instrumente, um eine Mondfinsternis zu sehen. Die bloßen Augen sind gut genug. Mondfinsternisse gehören zu den astronomischen Ereignissen, die sehr häufig fotografiert werden. Man muss dazu weder die Augen noch eine Kamera zur gleißenden Sonne richten. Das ist anders als bei einer Sonnenfinsternis.

Dieses Bild wurde letzte Woche in Portugal fotografiert. Wenn ihr in diesem Flugzeug auf der linken Seite gesessen wärt, als es abhob, hättet ihr die Finsternis vielleicht nicht gesehen – zumindest am Beginn. Doch Mondfinsternisse dauern für gewöhnlich mehrere Stunden. Ihr hättet also bald nach dem Start die Sitzreihen tauschen können, um den Mond im Schatten zu sehen.

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Sonnenfinsternis mit goldener Korona

Die Sonne ist vom Neumond verdeckt. Daher strahlt ihre Korona in der Dunkelheit hell und farbenprächtig hinter dem Mond auf. Links ragt eine rote Protuberanz über den Mondrand.
Bildcredit und Bildrechte: Rui Santos (Living Impressions)

Die totale Sonnenfinsternis war von poetischer Schönheit, und sie war auch wissenschaftlich sehr interessant. Normalerweise ist die Korona der Sonne weiß. Doch einige Beobachter sahen letzte Woche die Korona bei der totalen Sonnenfinsternis in den Farben von Perlen.

In Spanien jedoch strahlte die Korona in ungewöhnlich goldener Farbe. Einerseits liegt das daran, dass die totale Phase der Sonnenfinsternis in Spanien bei Sonnenuntergang stattfand und die Sonne schon nahe am Horizont stand. Das Sonnenlicht legt dort eine längere Strecke durch unsere Atmosphäre zurück. Dadurch wird ein Teil des blauen Lichts an den Teilchen der Luft gestreut. Wegen der Waldbrände in der Umgebung war außerdem ungewöhnlich viel Rauch in der Luft. Das wirkte wie ein zweiter Filter, der den blauen Anteil des Lichts noch stärker streute. Somit erstrahlte die Korona in einem intensiven Goldton.

Dieses Bild entstand aus mehreren Aufnahmen, die als HDR bearbeitet wurden. Es entstand letzte Woche in Benavente in Spanien. Am linken Rand der Sonne schwebt eine glühende Protuberanz aus ionisiertem Wasserstoff. Sie leuchtete nicht golden, sondern behielt ihr ursprüngliches leuchtendes Rosa.

Galerie der Sonnenfinsternis am 12. August 2026

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Totale Sonnenfinsternis über Grönland

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Bildcredit und Bildrechte: Aditya Madhavan

Am 12. August 2026 verdunkelte der Schatten des Mondes Teile der Erde. Ausgehend vom Arktischen Ozean strich er über Teile Grönlands, Islands, den Atlantik und schließlich Portugal und Spanien. Für einige Momente konnten die Erdbewohner unter einem klaren Himmel eine totale Sonnenfinsternis bewundern.

Nachdem der Fotograf dem schlechten Wetter auf hoher See ausgewichen und er am Rype Fjord an der Ostküste Grönlands (71,07055N und 27,71252W) gelandet war, entstand um 17:33:26 dieser harterkämpfte Schnappschuss. Der Aufnahmeort befand sich ganz am Anfang eines Schönwetterstreifens entlang des Totalitätspfades. Das Foto dürfte für dieses Jahr das erste ungestörte Bild der komplett verdunkelten Sonne überhaupt sein! Das atemberaubende Bild zeigt auch die kurzlebigen Diamantringe und die Sonnenkorona, welche erst sichtbar wird wenn die Sonnenscheibe komplett verdeckt ist.

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Totale Sonnenfinsternis über Spanien

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Bildcredit und Bildrechte: Ruiyu Zhang; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Am 12. August 2026 verdunkelte der Mond die Sonne vollständig und warf seinen Schatten über Sibirien, Grönland, Island, Spanien und Portugal. Das heutige Bild zeigt zwei totale Sonnenfinsternisse aus Zaragoza in Spanien: einmal über der Basílica del Pilar und ein weiteres Mal als Spiegelung im Fluss Ebro. Für einen kurzen Moment erlebte Spanien seine erste große totale Sonnenfinsternis seit 1905.

Wer die Totalität miterlebt, spürt womöglich eine plötzliche Kühle in der Luft, das Verstummen der Vögel, das verwirrte Zirpen der Insekten und das gemeinsame Staunen vieler Menschen. Wenn die helle Sonnenscheibe vom Mond verdeckt wird, schlägt die Stunde der Korona.

Sonnenfinsternisse werden unter anderem erforscht, weil sie Wissenschaftler:innen helfen zu verstehen, warum die Korona Millionen Grad heißer ist als die Sonnenoberfläche. Begeisterte Hobby-Astronom:innen können zu diesen Studien beitragen, indem sie das Verhalten von Tieren aufzeichnen, die Korona fotografieren sowie die Lufttemperatur und die Bewölkung beobachten.

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Die Sonne betrachten

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Bildcredit und Bildrechte: Steven Gilbert

Habt ihr in letzter Zeit unseren Heimatstern betrachtet? Dieses Bild zeigt die Sonne. Links oben ist sie teilweise vom Mond verdeckt. Unten stehen Erdlinge vor der Sichel. Sie beobachten die Sonnenfinsternis. Diese Silhouetten wurde 2012 in der Glen Canyon National Recreation Area in der Nähe von Page in Arizona (USA) fotografiert. Dort erklärten Parkranger und Astronomen den Zuschauern das ungewöhnliche Ereignis.

Auf der Scheibe der Sonne erkennt man rechts unter der dunklen Mondscheibe eine schwache Gruppe an Sonnenflecken.

Diese Woche gibt es wieder eine Sonnenfinsternis. Viele Menschen im Nordosten Nordamerikas, in Europa und im Nordwesten von Afrika sehen die Sonne teilweise verfinstert. Auf einem schmalen Streifen auf der Erde erlebt man sogar eine totale Sonnenfinsternis. Dieser Pfad verläuft von Grönland bis Spanien.

Offen bleibt die Frage, ob man während der Totalität Sternschnuppen der Perseïden sieht, die gerade den Höhepunkt erreichen.

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Rote Sonne hinter dem Rauch der Waldbrände

Die Szene wirkt wie die Animation eines roten Zwergsterns, den man auf einem fiktiven Exoplaneten sieht. Doch der Stern ist unsere Sonne. Sie leuchtet rot, weil die Rauchwolken eines Waldbrandes sie verdunkeln.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Das könnte die Aussicht auf einem Exoplaneten sein, der um einen roten Zwergstern kreist. Doch es ist unsere Sonne. Dieses Bild entstand am 22. Juli 2026 in der Region Okanagan. Sie liegt in der Provinz British Columbia in Kanada. Der Rauch der Waldbrände im pazifischen Nordwesten wirkt wie ein Sonnenfilter. So konnte die Fotografin die Sonne direkt fotografieren.

Das schaurige Bild zeigt mehrere Sonnenflecken. Der Rauch besteht aus winzigen Teilchen, die Licht mit kurzer Wellenlänge blockieren und streuen. Daher ist das Licht, das von der Sonne kommt, dunkler und röter als sonst. Doch es ist niemals sicher, direkt zur Sonne zu blicken! Der Rauch macht die Auf- und Untergänge der Sonne farbiger.

In etwa ungefähr 6 Milliarden Jahren wird die Sonne tatsächlich röter. Sie erreicht dann die Phase eines Roten Riesen.

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