Gegendämmerungsstrahlen über Sizilien

Hinter einer Landschaft mit Bäumen und Feldern steigen am Horizont in der Dämmerung markante Strahlen auf. Sie strömen scheinbar aus einem Punkt, dem Fluchtpunkt. In Wirklichkeit verlaufen sie parallel. Das Strahlenbüschel aus Gegendämmerungsstrahlen befindet sich im Osten gegenüber dem Sonnenuntergang.
Bildcredit und Bildrechte: Marcella Pace; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Die Sonne ist gerade untergegangen, und zwar auf der anderen Seite des Himmels! Wir sehen hier sogenannte Gegendämmerungsstrahlen. Das Bild zeigt Kalksteinplateaus im Herzen der Hybläischen Berge im südöstlichen Sizilien. Dort laufen die Strahlen im Osten scheinbar zusammen.

Wie sind die Strahlen entstanden, obwohl die Sonne nicht am Himmel war? Nachdem sie (wie immer im Westen) untergegangen war, beleuchtete sie noch eine Wolke hoch am Himmel. Das Sonnenlicht war teilweise von der Wolke verdeckt. So entstand ein Muster aus Licht und Schatten, das in parallelen Linien über den Himmel zog.

Durch die Perspektive liefen die Linien scheinbar zusammen. Es ist derselbe Effekt, wie wenn sich Eisenbahngleise scheinbar in der Ferne treffen. Man sieht ihn auch bei Sonnenaufgang, nur sind dann die Richtungen vertauscht. In ganz seltenen Fällen sieht man Strahlenbüschel und Gegendämmerungsstrahlen sogar gleichzeitig.

Zur Originalseite

Sternennacht II

Über dem dunklen, schrägen Horizont steigt der Abendhimmel auf. Links steht ein hoher Baum. Der Himmel ist teilweise bewölkt. Rechts oben hängt der junge Sichelmond. Rechts neben dem Baum strahlt ein heller Planet. Vorne steht rechts neben dem Baum eine Staffelei mit dem berühmten Gemälde

Bildcredit und Bildrechte: Rodrigo Guerra, Original-Gemälde: Vincent van Gogh

Kommt euch diese Szene bekannt vor? Es ist eine moderne Nachbildung des berühmten Gemäldes La nuit étoilée von Vincent van Gogh. Sowohl das Bild als auch das Gemälde zeigen einen hohen Baum auf der linken Seite, einen Sichelmond oben rechts, den Planeten Venus direkt rechts neben dem Baum, einen im Vordergrund von links nach rechts ansteigenden Horizont und Wolken über dem Horizont.

Zu den Unterschieden gehört, dass das Foto Mitte April dieses Jahres in Cascavel, Brasilien, aufgenommen wurde, während das Gemälde 1889 in Saint-Rémy-de-Provence in Frankreich entstand. Viele sehen die originale Sternennacht als eines der drei berühmtesten Gemälde der heutigen Zeit. Es ist ein Statement über die Wunder des Nachthimmels. Heute jährt sich (ungefähr) der Morgen, an dem van Gogh den Himmel sah, den er später in seiner Version der Sternennacht malte.

Zur Originalseite

10 Tage Venus und Jupiter

Vier Bildfelder zeigen, wie sich die Planeten Jupiter und Venus am Horizont von Maharashtra immer näher kommen. Am 8. Juni stehen sie in der Dämmerung eng beisammen.
Bildcredit und Bildrechte: Aditya Pawar

Vielleicht sind euch Venus und Jupiter letztens aufgefallen. Kürzlich gab es eine enge Konjunktion zwischen den beiden hellsten Planeten. Sie war am Abendhimmel kaum zu übersehen. Es begann am 30. Mai, Jupiter stand damals oben, und endete am 8. Juni. Die Bildfelder zeigen ihre enge Begegnung. Zeitlich verläuft die Konjunktion von links nach rechts am westlichen Horizont von Maharashtra in Indien.

Die Farben am Abendhimmel in den Bildfeldern zeigen die Bedingung am Ort, als die Sonne unterging. Die größte Annäherung war am 9. Juni. An dem Abend betrug die Distanz zwischen dem Paar am Himmel nur etwa dreimal die Breite eines Vollmondes. Physikalisch lagen natürlich mehr als 600.000.000 km zwischen den beiden Planeten, die auf ihren Bahnen um die Sonne kreisen.

In den nächsten Tagen verschwindet Jupiter abends langsam im Glanz der Sonne. Doch die Venus entfernt sich im Westen weiter von der Sonne in ihrer aktuellen Rolle als gleißender Abendstern.

Zur Originalseite

Venus und Jupiter: Konjunktion über Avebury

Am dämmerigen Abendhimmel leuchten zwei helle Lichter. Im Vordergrund ist eine dunkle Wiese, darauf stehen zwei riesige Steine, die leicht zueinander geneigt sind. Es sind die Megalithe "Adam" und "Eve" der Menhire in Avebury. Am Horizont sind Wolken und die Silhouetten von Bäumen. Direkt neben den Steinen stehen am Himmel zwei helle "Sterne", der hellere steht etwas rechts über dem anderen.
Bildcredit und Bildrechte: Josh Dury

Diesen Monat seht ihr Venus und Jupiter ganz ohne Fernglas oder Teleskop. Schaut einfach nach Sonnenuntergang Richtung Westen. Dann seht ihr, wie sie auftauchen, wenn der Himmel dunkler wird. Die beiden hellsten Planeten begegneten sich am 9. Juni bei einer engen Konjunktion. Am Himmel trennten sie aus unserer Sicht weniger als 2 Grad.

Der innere Planet Venus ist heller und läuft schneller als Jupiter um die Sonne. Deswegen holt sie den äußeren Planeten ungefähr alle 13 Monate auf der Ekliptik ein und zieht dann an ihm vorbei. Etwa alle drei Jahre ist der Abstand dieser Konjunktion zur Sonne so groß, dass man sie in der Dämmerung gut beobachten kann.

Das Bild zeigt den „kosmischen Kuss“ der beiden Himmelslichter am 9. Juni neben zwei großen Megalithen. Sie sind die Überreste einer Menhire in einem Steinkreis. Er steht im britischen Avebury und ist 4000 Jahre alt. Avebury Henge ist größer als Stonehenge und gilt als eine der wichtigsten Kultstätten der Jungsteinzeit auf der Erde.

Zur Originalseite

Blick von der Erde auf Jupiter und Venus

2012 gab es eine Konjunktion von Jupiter (links) und Venus (rechts). Man sah sie überall auf unserem Planeten. Es war fast egal, wo man lebte: Alle, die einen freien Blick zum Horizont im Westen hatten, sahen es nach Sonnenuntergang.

Ein kreativer Fotograf suchte damals einen Ort auf, der weit von den Lichtern der Stadt Szubin in Polen entfernt war. Dort lichtete er die engste Annäherung der beiden Planeten ab. Die hellen Planeten waren zu diesem Zeitpunkt nur ungefähr drei Grad voneinander entfernt. Die Tochter des Fotografen machte eine humorvolle Pose. Das schwache Rot im Hintergrund stammt noch vom Sonnenuntergang.

Jupiter und Venus stehen diese Woche wieder nahe beisammen. Wenn die Sonne untergegangen ist, sieht man die beiden im Westen am Himmel. In etwa zwei Tagen erreichen sie einen Abstand von nur einem Grad.

Zur Originalseite

Mond, Venus und die Plejaden

Sieben Bilder des Mondes sind diagonal im Bild angeordnet, darunter glitzern die "sieben Schwestern". Wir nennen sie auch Plejaden oder M45, und so gut wie nie sieht man dort genau sieben Sterne. Das helle Licht rechts ist der Planet Venus.
Bildcredit und Bildrechte: Gianni Tumino; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Nein, die Erde hat nicht vor Kurzem sechs neue Monde bekommen! Heute zeigt APOD ein Weltraumbild, das aus mehreren Aufnahmen kombiniert wurde. Es ist der Abendhimmel vom 19. April über dem südlichen Sizilien. Wir folgen Mond, Venus und den Plejaden, während die Dämmerung in den Abend übergeht.

Zwischen 2023 und 2029 „besucht“ der Mond die Plejaden einmal im Monat, denn sie lieben in der Ekliptik. Sie ist die Ebene des Sonnensystems. Im April 2026 kam auch noch die Venus zur himmlischen Begegnung. Die Plejaden werden auch Messier 45 genannt. Normalerweise sieht man sechs ihrer Sterne mit freiem Auge, und zwar überall auf der Welt. Daher ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden in vielen Kulturen um sie.

In Nordamerika lebt zum Beispiel der Stamm der Haudenosaunee. Sie sehen in den Plejaden sechs Buben. Diese tanzten so begeistert, dass sie in den Himmel abhoben. Forschende der Astronomie fanden kürzlich Tausende weitere Sterne in den Plejaden. Obwohl wir schon Jahrtausende zu ihm hinaufblicken, können wir also immer noch mehr über diesen Sternhaufen lernen.

Zur Originalseite

PanSTARRS und die Planeten

Links im Bild zeigt der Schweif des Kometen Komet C/2025 R3 PanSTARRS nach links oben. Rechts stehen die Planeten Mars, Neptun und Merkur und knapp über den Wolken der Mond. Das Bild entstand in den Bergen.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)

Komet C/2025 R3 PanSTARRS steht vor Sonnenaufgang am Horizont im Osten, und er wird heller. Man sieht ihn schon mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop. Bei sehr dunklem Himmel erkennt man ihn vielleicht gerade schon mit freiem Auge.

Die Aufnahme entstand am 16. April auf dem Gipfel eines Vulkans auf der französischen Insel Reunion. PanSTARRS ist gut zu sehen, obwohl er mit freiem Auge nicht auffällig war. Der Komet teilt sich den Morgenhimmel im Osten mit den Planeten Mars und Merkur. Beide sieht man mit bloßem Auge. Dazwischen ist der blasse Neptun. Saturn versteckt sich hinter einer Wolkenbank. Dort blinzelt auch der abnehmende Sichelmond hervor.

Dieses Wochenende ist günstig für Leute auf der Nordhalbkugel, um den Kometen PanSTARRS zu beobachten. Die beste Zeit dafür ist etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Der Komet wird nun heller und nähert sich seinem sonnennächsten Punkt, den er am 19. April erreicht. Am 26. April steht der Komet der Erde am nächsten, doch er geht wohl im Glanz der Sonne unter. Ende April und Anfang Mai sollte man PanSTARRS auf der Südhalbkugel gut sehen.

Zur Originalseite

Dämmerung mit Mond und Planeten

Foto des Dämmerungshimmels über einer schneebedeckten Landschaft. Am Himmel steht die Mondsichel und drei helle Gestirne, die mit „Saturn“, „Mercury“ und „Venus“ beschriftet sind.

Bildcredit und Bildrechte: Tunc Tezel (TWAN)

Eine schmale Mondsichel steht auf dieser winterlichen Landschaft in der Dämmerung über dem westlichen Horizont. Das Bild entstand nur zwei Tage nach Neumond und nach der ringförmigen Sonnenfinsternis im Februar. Der Erdschein erhellt die Nachtseite des Mondes.

Der Abendhimmel über dem Dorf Kirazli in der Türkei war weitgehend klar. Der junge Mond steht bei drei hellen Planeten. Den inneren Planeten Venus seht ihr direkt über dem Horizont. Die strahlende Venus steht mitten im Bild im warmen Leuchten des Sonnenuntergangs. Sie beginnt derzeit ihre Vorstellung als Abendstern im Jahr 2026.

Direkt über der Venus könnt ihr den sonnennächsten Planeten Merkur leicht erkennen. Er steht bemerkenswert hoch über dem Horizont, auch wenn es schon dunkel wird. Den äußeren Planeten Saturn findet ihr links neben der Mondsichel, die von der Sonne beleuchtet wird. Er ist der entfernteste Planet, den ihr mit bloßem Auge sehen könnt.

Zur Originalseite