Cassini fliegt durch Eisschwaden von Enceladus

Die faltige Oberfläche von Enceladus ist oben von Kratern akzentuiert.

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Welche aufschlussreichen Fremdstoffe verunreinigen die Eisschwaden von Enceladus? Um das herauszufinden, flog die Roboter-Raumsonde Cassini letzte Woche weniger als 30 Kilometer an dem Saturnmond vorbei, der Eiswolken verströmt. Bei dieser engsten Annäherung, die je stattfand, versuchte Cassini zu „schnüffeln“ und chemische Messdaten der Partikel zu gewinnen, die von der gleichmäßigen Oberfläche ausgestoßen werden.

Bei früheren Besuchen flog Cassini geradewegs durch die Eisgeysire hindurch und sammelte Proben. Die Suche in den Daten nach Hinweisen auf Verunreinigungen in Wassereisschwaden und Oberflächenauswürfen wird fortgeführt. Die Hauptabsicht dieses Vorbeiflugs war die Analyse von Teilchen, doch es entstanden auch einige interessante Bilder.

Dieses Bild zeigt zum Beispiel einen senkrecht nach oben verlaufenden, ungewöhnlich grauen Schimmer – vielleicht Wasserdampf, der von den Oberflächenschluchten aufsteigt. Weitere interessante Details sind riesige Ebenen kraterloser eisiger Fugen, links die Schattenlinie zwischen Tag und Nacht – der Terminator -, sowie ein Gebiet im oberen Bereich mit vergleichsweise vielen Kratern. Cassini soll Ende dieses Monats nochmals an Enceladus vorbeifliegen und Bilder sammeln.

Zur Originalseite

Rheasichel vor Saturnsichel

Vor der riesigen Sichel Saturns, die waagrecht im Bild liegt und rechts und links abgeschnitten ist, zeichnen sich der Mond Rhe als schwarze Scheibe und das Ringsystem als schwarze Linie ab.

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Beschreibung: Gedämpfte Farbtöne, teilweise beleuchtete Himmelskörper, eine schmale Spur des Ringes und dünne Schatten betonen dieses unauffällige Bild der majestätischen Umgebung des riesigen Planeten Saturn. Die Raumsonde Cassini, die derzeit Saturn umkreist, sah fast genau zurück zur Sonne und nahm vor wenigen Jahren Sichelphasen von Saturn und seinem Mond Rhea in Farbe auf. So bemerkenswert dieses Bild auch ist, ist es doch nur eine Einzelaufnahme eines kürzlich veröffentlichten Stummfilmes aus 60-Bildern, in dem zu sehen ist, wie Rhea vor ihre Herkunftswelt gleitet. Da Cassini fast in der Ebene von Saturns Ringen war, sind die normalerweise eindrucksvollen Ringe hier nur als dünne Linie durch die Bildmitte zu sehen. Obwohl Cassini nun seine Primärmission abgeschlossen hat, regten seine Erfolge und sein günstiger Beobachtungsort die NASA dazu an, eine zweijährige Tag- und Nachtgleichen-Mission zu beginnen, um künftig nicht nur Saturns rätselhafte Monde Titan und Enceladus zu erforschen, sondern auch Saturn selbst, wenn seine großen Ringe im August 2009 genau zur Sonne geneigt sein werden.

Zur Originalseite

Alte Krater im Süden von Rhea

Der Mond Rhea im Bild ist von vielen Kratern übersät, die obere Hälfte ist beleuchtet, die untere ist dunkel.

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Der zernarbte Saturnmond Rhea hat eine der ältesten Oberflächen, die wir kennen. Rhea hat sich während der letzten Milliarden Jahre vermutlich wenig verändert. Die Krater auf der Oberfläche sind so alt, dass sie nicht mehr rund erscheinen. Ihre Ränder wurden von jüngeren Kratern verformt.

Wie die Rotation des Erdmondes ist auch Rheas Rotation an Saturn gebunden. Das Bild zeigt Teile von Rheas Oberfläche, die immer zu Saturn zeigen. Rheas vorauslaufende Seite ist stärker mit Kratern übersät als die nach hinten gewandte. Rhea besteht hauptsächlich aus Wassereis und enthält vermutlich etwa 25 Prozent Gestein und Metall.

Dieses Bild wurde von der robotischen Raumsonde Cassini aufgenommen. Cassini umrundet derzeit Saturn. Die Raumsonde flog letzten Monat an Rhea vorbei und erfasste dabei diese Ansicht aus einer Entfernung von etwa 350.000 Kilometern. Rhea ist 1500 Kilometer groß und somit Saturns zweitgrößter Mond nach Titan. Einige Oberflächenstrukturen auf Rhea bleiben rätselhaft. Dazu gehören die großen hellen Flecken wie jene beim oberen Bildrand.

Zur Originalseite

Nahaufnahme der Tigerstreifen von Enceladus

Tigerstreifen überziehen Enceladus, wie wurden höher dargestellt, als sie wirklich sind. Durch diese Schlitze stömt Wasserdampf mit organischen Molekülen ins Weltall.

Credit: Paul Shenk (LPI), USRA; Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Gibt es Leben unter der Oberfläche von Enceladus? Ein Vorbeiflug der RoboterRaumsonde Cassini an dem Eismond bei Saturn stützt diese interessante Idee. Sie kreist derzeit um Saturn. Vor zwei Jahren zeigten Bilder von Enceladus unbestreitbar, dass durch die Risse an seiner Oberfläche Fontänen aus Gas und Eiskristallen strömen. Die Risse erinnern an Tigerstreifen.

Letzten Monat tauchte Cassini durch einige dieser Schwaden. Dabei entdeckte die Sonde Wasserdampf, in dem sich kleine Mengen Methan und einfache und komplexe organische Moleküle befinden. Es überraschte, dass die Zusammensetzung der Schwaden auf Enceladus ähnlich ist wie die von Kometen.

Temperatur und Dichte der Schwaden lassen vermuten, dass sie aus einer wärmeren Quelle unter der Oberfläche stammen, die womöglich flüssig ist. So ein Meer aus flüssigem Wasser mit organischen Molekülen wäre ein passender Ort, um nach Leben zu suchen.

Die Nahaufnahme zeigt einige lange Tigerstreifen, die an Schlitze erinnern. Ihre Höhe wurde verzerrt dargestellt. Das Computerbild entstand aus Aufnahmen vom letzten Vorbeiflug der Sonde Cassini. Derzeit sind neun weitere Vorbeiflüge von Cassini an Enceladus geplant.

Zur Originalseite

Cassini zeigt Saturn und Titan

Links füllt Saturn ein Drittel des Bildes aus, am oberen Rand ist ein Teil seiner Ringe zu sehen, rechts unter dem Planeten ist im Hintergrund der Mond Titan zu sehen.

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Die Raumsonde Cassini schickt immer wieder spektakuläre Ansichten von Saturn und seinen Monden. Die Roboter-Raumsonde Cassini startete 1997 von der Erde. 2004 trat sie in den Orbit um Saturn ein und revolutionierte das Wissen der Menschheit über den Ringplaneten, seine ausgedehnten, komplexen Ringe und seine vielen alten, angeschlagenen Monde.

Bald nach ihrer Ankunft bei Saturn entließ Cassini die Sonde Huygens, welche auf Saturns größtem Mond Titan landete und beispiellose Bilder von unterhalb Titans undurchdringlicher Wolkendecke schickte. Cassinis aktuelle Radarbilder von Titan zeigen flache Regionen, es sind wahrscheinlich Seen aus flüssigem Methan. Diese Seen lassen auf ein komplexes Wettersystem schließen, in dem es vielleicht benzinähnliche Chemikalien regnet.

Oben seht ihr den prächtigen Saturn und den rätselhaften Mond Titan, beide wurden kürzlich von Cassini in Echtfarben aufgenommen.

Zur Originalseite

Dreißigtausend Kilometer über Enceladus

Die Oberfläche des Eismondes Enceladus ist von vielen Gräben überzogen, die auf dem Bild der Raumsonde Cassini gut erkennbar sind.

Credit: Cassini-Abbildungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Beschreibung: Wie sieht die Oberfläche des eisspeienden Mondes Enceladus aus? Um das herauszufinden, wurde die Roboter-Raumsonde Cassini, die derzeit um Saturn kreist, an dem kryovulkanischen Mond vorbeigelenkt. Die Sonde flog sogar durch eine von Enceladus‘ Eisschwaden. Bei dieser bisher engsten Begegnung näherte sich Cassini dem Mond bis auf etwa 52 Kilometer.

Dieses unkomprimierte Bild wurde vom Norden her aus einer Entfernung von etwa 30.000 Kilometern aufgenommen. Es zeigt mindestens zwei Geländearten: Ein Geländetyp besitzt mehr Krater als die Umgebung von Enceladus‚ Südpol. Die andere Geländeart weist nur wenige Krater auf, dafür aber viele Grate und Rillen, die vielleicht durch tektonische Aktivität entstanden sind, bei der die Oberfläche verschoben wurde. Exogeologinnen* untersuchen derzeit dieses und andere Bilder von Cassinis Vorbeiflug letzten Mittwoch. Sie suchen nach Erklärungen für die Patchworkstruktur des Mondes, seine ungewöhnlichen Eisgeysire und das Potenzial für eventuelles Leben.

Derzeit sind noch mindestens neun Vorbeiflüge von Cassini an Enceladus geplant, nächsten Oktober soll sich die Sonde dem Mond sogar auf nur 25 Kilometer nähern.

Zur Originalseite

Eis-Geysir auf Enceladus

Der südliche Rand von Enceladus ist von hinten von der Sonne beleuchtet, vorne ist der Mond dunkel. Oben steigen blaue Schwaden nach links oben auf.

Credit: Cassini Imaging Team, SSI, JPL, ESA, NASA

Enceladus ist der helle, glänzende innere Mond von Saturn. Dort brechen Eis-Geysire aus. Das Falschfarben-Bild zeigt eine Sicht auf den südlichen Mondrand, die von hinten beleuchtet ist. Oben steigen die majestätischen, eisigen Schwaden auf. Die Raumsonde Cassini entdeckte sie diese Fontänen, als sie im November 2005 nahe am Mond Enceladus vorbeiflog. Inzwischen fand sie acht solche Quellen von Geysiren. Sie liegen an markanten Strukturen auf der Oberfläche des Mondes in der Südpol-Region.

Man vermutet, dass die Geysire aus Kammern nahe der Oberfläche aufsteigen. Sie sind mit flüssigem Wasser gefüllt, das eine Temperatur um die 0 °C aufweist. Das ist ganz schön warm, verglichen mit der Temperatur an der Oberfläche des fernen Mondes, die −200 °C beträgt.

Der kleine Mond hat einen Durchmesser von nur 500 Kilometern. Der Kryovulkanismus ist ein drastischer Hinweis, dass Enceladus überraschend aktiv ist. Die Eisgeysire auf Enceladus erzeugen vermutlich auch den schwachen, weiten E-Ring um Saturn.

Zur Originalseite

Die seltsame Schattenseite von Saturns Mond Iapetus

Der Mond Iapetus ist links ziemlich hell und rechts von einer dunklen Substanz überzogen. Unten ist ein riesiger Krater mit einem Berg in der Mitte. Am Äquator hat der Mond einen Wall. Damit erinnert er an eine Walnuss.

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Was ist mit Saturns Mond Iapetus passiert? Riesige Teile der seltsamen Welt sind schwarz wie Kohle. Andere sind blankes Eis. Wir wissen nicht, woraus das dunkle Material besteht. Doch Infrarotspektren davon zeigen, dass es vielleicht dunklen Kohlenstoff enthält. Iapetus hat auch einen ungewöhnlichen Wall um den Äquator. Damit sieht er aus wie eine Walnuss.

Um den rätselhaften Mond besser zu verstehen, lenkte die NASA die Roboter-Raumsonde Cassini letzten Monat nur 2000 Kilometer entfernt daran vorbei. Cassini kreist derzeit um Saturn. Das Bild entstand etwa 75.000 Kilometer von Iapetus entfernt. Es zeigt beispiellose Details der Halbkugel, die auf ihrer Bahn immer hinten ist. Im Süden ist ein riesiger Einschlagkrater mit einem Durchmesser von 450 Kilometern. Er überlagert einen älteren Krater, der ähnlich groß ist. Das dunkle Material überzieht Iapetus nach Osten hin immer dichter. Es verdunkelt Krater wie Hochländer.

Die Untersuchung aus nächster Nähe zeigt, dass der dunkle Belag hauptsächlich den Äquator des Mondes beschichtet. Ob die Farben von Iapetus durch ungewöhnlichen Vulkanismus aus dem Inneren entstanden sind, oder die Anschwärzung von außen stammt, ist nicht bekannt. Man sucht auf den Bildern von Cassinis Vorbeiflug an Iapetus weiterhin nach wichtigen Hinweisen.

Zur Originalseite