D. rad Bakterien: Astronautenkandidaten

Eine Kultur des Deinococcus radiodurans: Vor einem blauen Hintergrund ist ein rundes Glas mit gelben Streifen und orangefarbenen Punkten zu sehen.

Credit: Michael Daly (Uniformed Services University of the Health Sciences), DOE

Beschreibung: Diese Bakterien könnten auf einem fremden Planeten überleben. In einem irdischen Labor überlebt Deinococcus radiodurans (D. rad, auch „Conan the Bacterium“) extreme Strahlungsdosen, extreme Temperaturen, Dehydration und genotoxische Chemikalien. Erstaunlicherweise haben sie sogar die Fähigkeit ihre eigene DNS zu reparieren – üblicherweise in 48 Stunden.

Bakterien wie D. rad sind als Extremophile bekannt und für die NASA teils deshalb interessant, weil sie menschlichen Astronauten helfen könnten auf anderen Welten zu überleben. Eine aktuelle Sequenzierung der DNA des Deinococcus radiodurans könnte Biologen eine Erhöhung ihrer Überlebensfähigkeit ermöglichen, und zwar durch die zusätzliche Möglichkeit Medizin, sauberes Wasser und Sauerstoff zu produzieren.

Schon jetzt wurden sie gentechnisch weiterentwickelt, um die Reinigung von Verschmutzung durch toxisches Quecksilber zu unterstützen. D. rad, wahrscheinlich eine der ältesten überlebenden Lebensformen, wurden zufällig in den 1950er Jahren entdeckt, als Wissenschaftler sie bei der Untersuchung von Techniken zur Lebensmittelkonservierung nicht so leicht töten konnten. Im obigen Bild wachsen Deinococcus radiodurans in einer Schale still vor sich hin.

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Morning Glory Clouds über Australien

Unter dem Flügel eines Kleinflugzeugs sind walzenförmige Wolkenwülste zu sehen.

Credit und Lizenz: Mick Petroff; Dank für den Hinweis: James Holmes (Cairns)

Beschreibung: Was verursacht diese langen, seltsamen Wolken? Das weiß niemand genau. Eine seltene Art von Wolken, die als Morning Glory Cloud bekannt sind, kann 1000 Kilometer lang werden und tritt in Höhen von bis zu zwei Kilometern auf. Obwohl ähnliche Roll clouds an besonderen Orten auf der ganzen Welt beobachtet wurden, treten jene über Burketown (Queensland, Australien) vorhersehbarerweise jeden Frühling auf. Lange, waagrechte zirkulierende Röhren aus Luft können sich bilden, wenn strömende, feuchte abkühlende Luft auf eine Inversionsschicht trifft, das ist eine Atmosphärenshicht, an der die Lufttemperatur atypisch mit der Höhe steigt. Diese Röhren und die sie umgebende Luft können für Flugzeuge gefährliche Turbulenzen erzeugen, wenn es klar ist. Morning Glory Clouds können angeblich eine Luftgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde über einer Oberfläche mit wenig wahrnehmbarem Wind erreichen. Der Fotograf Mick Petroff fotografierte nahe den Golf von Carpentaria in Australien von seinem Flugzeug aus einige Morning Glory Clouds, die im Bild zu sehen sind.

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Laserangriff auf das galaktische Zentrum

Zwischen zwei Teleskoptürmen steigt die Milchstraße mit markanten Staubwolken auf, vom linken Teleskop leuchtet ein Laserstrahl in die Sternwolken.

Credit: Yuri Beletsky (ESO)

Warum schießt hier ein heller Laserstrahl zum Zentrum der Galaxis? Zum Glück ist es nicht der erste Schritt zu einem galaktischen Krieg. Vielmehr messen Astronomys am Very Large Telescope (VLT) in Chile die Unruhe der Erdatmosphäre, die sich ständig verändert.

Der Laser regt Atome in großer Höhe an. Dabei entsteht ein künstlicher Stern. Die Abbildungen der angeregten Atome ändern sich mit der Luftunruhe. So kann man die Unschärfe der Atmosphäre sofort messen. Mit dieser Information wird der beobachtende Teleskopspiegel am VLT leicht deformiert und gleicht die Unschärfe aus. Hier beobachtete das VLT das Zentrum der Galaxis. Daher wurde die atmosphärische Unschärfe in diese Richtung vermessen.

Was die intergalaktische Kriegsführung betrifft, sind im Zentrum unserer Galaxis keine Opfer zu erwarten. Das Licht dieses mächtigen Lasers erscheint dort – zusammen mit dem Licht unserer Sonne (!) – nur wie ein blasser ferner Stern.

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Im Barringer-Krater

Eine Gruppe Menschen steht am Rand eines riesigen kahlen Kraters.

Credit und Bildrechte: Tony Rowell

Beschreibung: Was geschieht, wenn ein Meteor die Erde trifft? Üblicherweise nicht allzu viel, da die meisten Meteore klein sind und die Einkerbungen, die sie verursachen, nach kurzer Zeit wegerodieren. Doch vor etwa 50.000 Jahren schuf ein riesiger Meteor den Barringer-Meteoritenkrater in Arizona in den USA. Das dabei entstandene Einschlagbecken, auch schlicht als Meteor Crater bekannt, erstreckt sich über einen Kilometer. Anfang letzten Jahres besichtigte, wie oben zu sehen, eine Reisegruppe das Innere des Barringer-Kraters. Dieser war die erste Struktur auf der Erde, die 1920 als Einschlagkrater erkannt wurde. Bis heute wurden weltweit mehr als 100 irdische Einschlagstrukturen erkannt. Computermodellrechnungen lassen den Schluss zu, dass manche der Canyon-Diablo-Meteorite bei dem Einschlag, der den Barringer erzeugte, schmolzen.

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Dreifacher Sonnenaufgang über der Danziger Bucht

Bei diesem seltsamen Sonnenuntergang sind mehrere Abbildungen der Sonne zu sehen.

Credit und Bildrechte: Barry und Noemi Diacon (McMaster U.)

Beschreibung: Wie kann ein und dieselbe Sonne dreimal aufgehen? Am Freitag, 10. Juli 2009, wurde um etwa 4:30 Uhr über der Danziger Bucht in Danzig (Polen) ein spektakulärer Dreifach-Sonnenaufgang fotografiert. Natürlich geht unsere Sonne nur einmal auf. Irgendein optischer Effekt erzeugt mindestens zwei Trugbilder der Sonne – doch welcher?

Die überwiegende Mehrheit ähnlicher gemeldeter Fälle an Trugbildern des hellsten Objekts im Bildfeld kann auf Blendenflecke im Inneren der Kamera, mit der das Bild aufgenommen wurde, zurückgeführt werden. Dennoch ist das obige Bild verblüffend, weil ein ehrlicher Fotograf meint, der Effekt wäre mit bloßem Auge sichtbar gewesen, und weil der Fotograf mehrere weitere Bilder fotografierte, welche Varianten desselben Effekts zeigen.

Daher sind die Leser eingeladen, darüber zu beraten ob das obige Bild ein besonders spektakuläres Beispiel gewöhnlicher Reflexionen in einer Standard-Digitalkamera oder eines der spektakulärsten Beispiele atmosphärischer Brechung, die je aufgezeichnet wurden, ist, oder ob es durch etwas völlig anderes hervorgerufen wurde. Falls die Diskussion zu einem Ergebnis kommt, wird der Konsens zu einem späteren Zeitpunkt hier veröffentlicht.

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Perihel und Aphel

Das Bild zeigt die Sonne in Erdnähe (links) und Erdferne (rechts). Die linke Hälfte ist eine Spur größer als die rechte.

Credit und Bildrechte: Enrique Luque Cervigón

Beschreibung: Die Erde erreicht das Aphel dieses Jahres, jenen Punkt auf ihrer elliptischen Bahn, an dem sie am weitesten von der Sonne entfernt ist, morgen am 4. Juli. Natürlich beeinflusst das die Jahreszeiten auf unserem Planeten nicht. Diese werden von der Neigung der Rotationsachse der Erde und nicht von der Entfernung der Erde zur Sonne beeinflusst, daher ist im Juli immer noch Winter auf der südlichen und Sommer auf der nördlichen Halbkugel. Es bedeutet jedoch, dass am 4. Juli die Sonne ihre geringste scheinbare Größe aufweist. Dieses Komposit vergleicht zwei Bilder der Sonne, die mit demselben Teleskop und derselben Kamera an den Tagen des Perihels (größte Annäherung) und des Aphels im Jahr 2008 aufgenommen wurden. Die Bildbeschriftung zeigt die Entfernung der Erde von der Sonne in Kilometern an diesen beiden Tagen. Die Änderung des scheinbaren Sonnendurchmessers zwischen Aphel und Perihel, der anders schwer erkennbar ist, ist deutlich zu sehen. Der Unterschied beträgt etwas mehr als 3 Prozent.

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Der Vulkan Sarytschew in Stereo

Eine aufsteigende gelb gefärbte Eruptionswolke hat ein Loch in die Wolkendecke der Erde gerissen, durch das blaues Meer zu sehen ist.

Credit: Besatzung Expedition 20 – Internationale Raumstation, NASA; Stereobild: Patrick Vantuyne

Beschreibung: 400 Kilometer über dem Planeten Erde wurden die Besatzungsmitglieder der Expedition 20 an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) an einem ungewöhnlichen Aussichtspunkt Zeugen eines bemerkenswerten Ereignisses – dem Ausbruch des Sarychev-Vulkans am 12. Juni. Der aktive Vulkan liegt auf den russischen Kurilen, sie nordöstlich von Japan liegen. Diese erstaunliche Farbstereoansicht, welche die orbitale Perspektive betont, entstand durch Kombination zweier Bilder von der ISS und sollte mit rot-blauen Brillen (rot am linken Auge) betrachtet werden. Die vulkanische Rauchwolke, die zu einem frühen Zeitpunkt der Eruption in die Atmosphäre aufsteigt, zeigt eine braune Aschensäule, die von einer ebenmäßigen, blasenartigen weißen Wolke gekrönt ist, die wahrscheinlich aus Kondenswasser besteht. Darunter gleitet eine Wolke dichterer grauer Asche den Vulkanhang hinab. Am Boden sind etwa 1,5 Kilometer der Inselküstenlinie zu sehen. Die sich aufblähende Aschenwolke stellte keine Gefahr für die Crew der Expedition 20 dar, doch Linienflüge wurden von der Region weggeleitet um die Gefahr eines Maschinenschadens durch das Ansaugen von Asche zu vermeiden.

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Der Sternatlas von Dunhuang

Auf ein braungraues Papier ist in groben Zügen eine Sternkarte gezeichnet und mit Kanji beschriftet.

Credit und Bildrechte: J.-M. Bonnet-Bidaud (CEA, Saclay), F. Praderie (Obs. Paris) S. Whitfield (British Library)

Beschreibung: Diese antike chinesische Karte des nördlichen Himmels des Planeten Erde ist ein Teil des Sternatlas von Dunhuang, einem der einducksvollsten Dokumente der Geschichte der Astronomie. Dieser älteste vollständige uns bekannte Sternatlas stammt aus der Zeit zwischen 649 und 684 und wurde 1907 in der Seidenstraßenstadt Dunhuang entdeckt. Eine aktuelle Analyse, bei welcher die Genauigkeit sowie die Projektion, die bei ihrer Erstellung zur Anwendung kam, untersucht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass die Karte die Positionen von mehr als 1300 Sternen markiert und 257 chinesische Sterngruppen oder Asterismen darstellt. Die Sternpositionen in diesem von Hand gezeichneten Atlas sind auf wenige Grad genau. In diesem Beispiel, das die Region um den Nordpol zeigt, liegt der leicht erkennbare große Wagen, Teil des modernen Sternbildes Ursa Major, am unteren Rand der Karte. Weitere 12 Karten bilden Äquatorregionen in 30-Grad-Abschnitten ab und enthalten auch eine Gruppierung, die dem modernen Sternbild Orion ähnelt. Der Atlas ist anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie in der British Library in London ausgestellt.

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