Der einsame Baum beim Schwan

Hinter einem einsamen Baum am Horizont ist der dunkle Himmel von einer leuchtenden Gaswolke flammend rot gefärbt.

Bildcredit und Bildrechte: 2025 Horacio Lander / AstroHoracio; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Im spanischen Guadalajara steht ein Baum allein auf einer stillen Wiese. Seine Silhouette zeichnet sich vor der feurigen Cygnus-Region ab, die dahinter wie Flammen am Nachthimmel aufragt. Die detailreiche Landschaft am Nachthimmel entstand aus mehreren Aufnahmen. Sie zeigt eine Bandbreite an Helligkeit und Farbe, die Menschen mit bloßen Augen so nicht sehen können.

Die Region ist am Himmel so breit wie tausend Vollmonde. Der Schwan entfacht ein Feuer aus aktiver Sternbildung. Wolken aus Gas und Staub kollabieren dort unter dem Druck ihrer Schwerkraft, bis die Kernfusion zündet und neue Sterne entstehen. Diese Sterne ionisieren den Wasserstoff in ihrer Umgebung und entfachen ein tiefrotes Leuchten. Ranken aus interstellarem Staub absorbieren einen Teil dieses Lichts und ziehen dunkle Schatten.

Der Schwan ist eine wahre Fundgrube himmlischer Schätze. Dazu gehören der Schleier-, der Sichel– und der Pelikannebel sowie Cygnus X-1, das erste bestätigte Schwarze Loch. Aus der Region im Schwan kommen weiterhin neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu zählt ein neues 3D-Modell der Cygnus-Schleife. Das Röntgenteleskop Chandra machte es möglich.

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Flug über den Nordpol des Mars

Videocredit: ESA, Mars Express, VMC; Bearbeitung und Lizenz: Simeon Schmauß

Was sehen wir bei einem Flug über den Nordpol des Mars? Dieses Video zeigt so eine Reise. Es entstand aus Bildern der ESA-Sonde Mars Express aus dem Jahr 2019. Zuerst sehen wir unten eine Landschaft aus fein gemahlenem Boden, die vom rostigen Eisen rot getönt ist. Ein Teil davon erscheint dunkler. Dort ist Fels und Gestein freigelegt.

Bald kommt die nördliche Polkappe in Sicht. Sie ist fast weiß, weil sie aus gefrorenem Wasser besteht, das reflektiert. Um die Polkappe verläuft das Borealis-Becken. Es ist eine geschichtete Senke, die mit Staub und Sand bedeckt ist. Die Einzelbilder im Video entstanden im nördlichen Marsfrühling, als sich das Kohlendioxideis verflüchtigte. Darunter liegt Wassereis in der Kappe, das übrig blieb.

Mars Express erkundet weiterhin die Oberfläche des Mars. Dabei sucht die Sonde nach Hinweisen auf das frühe Klima des Roten Planeten und sein Potenzial für Leben.

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Orion und Plejaden in einer staubigen Umgebung

Das Bild zeigt viele sehr bekannte Himmelsobjekte, die man hier aber kaum erkennt, weil so viele Details abgebildet wurden.

Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Fernández

Wie gut kennt ihr den Nachthimmel? Erkennt ihr auf einem sehr detailreichen Bild berühmte Objekte am Himmel? Hier ist ein Test: Die lang belichtete Aufnahme ist voller Filamente aus Staub und Gas. Sie sind normalerweise sehr blass. Findet ihr hier einige bekannte Wahrzeichen des Nachthimmels?

Das Bild zeigt den Sternhaufen der Plejaden, die Barnardschleife, den Orion-Nebel, Aldebaran, Beteigeuze, den Hexenkopfnebel, die Eridanus-Schleife und den Kalifornien-Nebel. Hier ist eine beschriftete Version, die beim Erkennen hilft.

Die Übung und das Erkennen vertrauter Sternbilder bei sehr dunklem Himmel sind aus einem ähnlichen Grund schwierig: Das Bildwerk des Nachthimmels hat eine extrem hohe verborgene Komplexität. Das Komposit zeigt einen Teil davon. Es ist ein 16-stündige Belichtung des Himmels bei dunklem Himmel über Granada in Spanien.

3. März: Totale Mondfinsternis (Verlauf in AT und DE)

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Der Schatten eines Marsroboters

Der Schatten des Marsrovers Opportunity fällt auf den Boden des Kraters Endurance auf dem Mars. Unten ragen seine Räder ins Bild. Um den Schatten der Kamera, die das Bild fotografierte, erkennt man den Oppositionseffekt.

Bildcredit: NASA, JPL, Mars Exploration Rover Mission (MER)

Wenn man auf dem Mars seinen Schatten sieht, und er ist nicht menschlich – dann stammt er vielleicht vom Rover Opportunity auf dem Mars. Opportunity erkundete den Roten Planeten von 2004 bis 2018. Dabei fand er Hinweise auf urzeitliches Wasser und schickte atemberaubende Bilder durchs innere Sonnensystem.

Dieses Bild zeigt Opportunity im Jahr 2004. Er blickte in Gegenrichtung der Sonne zum Krater Endurance und sah seinen Schatten. Unten ragen links und rechts zwei Räder ins Bild. Hinter dem Boden des ungewöhnlichen Kraters ragen seine Wände auf.

2018 geriet der Rover in einen Staubsturm. Im Jahr 2019 beendete die NASA alle Versuche, Opportunity zu kontaktieren. Damit erklärte sie die bahnbrechende Mission, die ursprünglich für nur 92 Tage geplant war, für vollendet.

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Wiedersehen mit Miranda

Der Uranusmond Miranda ist von rauem Gelände überzogen, das viele Krater aufweist. Darunter liegen viele Gräben und Rillen.

Bildcredit: NASA, JPL, Voyager 2; Bearbeitung und Lizenz: Flickr: zelario12; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Wie sieht Miranda wirklich aus? Kürzlich wurden alte Bilder der NASA-Raumsonde Voyager 2 überarbeitet und kombiniert. So entstand dieses Bild, das den 500 Kilometer großen Uranusmond zeigt.

Ende der 1980er-Jahre flog die Raumsonde Voyager 2 an Uranus vorbei und kam dem Mond sehr nahe. Miranda ist von Kratern übersät, brüchig und hat ungewöhnliche Rillen. Benannt wurde er nach einer Figur in Shakespeares Stück „Der Sturm„. Nun entwickeln Planetenforschende anhand alter Daten und klarer Bilder neue Theorien, wie die Strukturen auf Mirandas rauer Oberfläche entstanden sind.

Eine führende Hypothese vermutet, dass es unter Mirandas eisiger Oberfläche einen weiten Ozean aus flüssigem Wasser gibt, der nun langsam zufriert. Dank der Erkenntnisse von Voyager 2 gilt Miranda nun als interessanter Ort für die Suche nach Wasser im Sonnensystem. Vielleicht gibt es dort sogar mikrobielles Leben. Damit steht Miranda nun in einer Reihe mit Europa, Titan und anderen eisigen Monden.

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Die aktive Region 4366 kreuzt die Sonne

Rechts neben der Mitte schmückt eine riesige Region mit dunklen Sonnenflecken die Sonne, während sie untergeht. Am Himmel sind orange gefärbte Wolken. Vor der Sonne sind kleine Silhouetten von Bäumen.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Korona

Die ungewöhnlich aktive Sonnenflecken-Region AR 4366 kreuzt die Sonne. Sie ist viel größer als die Erde. In den letzten zehn Tagen warf sie bereits mehrere mächtige Sonnenfackeln aus.

Dieses Bild entstand vor 5 Tagen. Darauf markieren große, dunkle Sonnenflecken rechts die Region. Die Sonne steht über einem Hügel in Zacatecas in Mexiko. AR 4366 ist bereits ein Kandidat für die aktivste Sonnenregion im ganzen 11-jährigen Sonnenzyklus.

Aktive Regionen auf der Sonne gehen häufig mit erhöhter Polarlichtaktivität auf der Erde einher. AR 4366 erreicht nun den Rand der Sonne und zeigt bald von der Erde weg. Das tut sie auch die ganze nächste Woche. Doch wir wissen nicht, ob die Aktive Region lang genug bestehen bleibt, während die Sonne rotiert, um in etwa zwei Wochen auf der anderen Seite wieder aufzutauchen.

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Weitwinkelaufnahme der Spiralgalaxie NGC 1512

Diese Spiralgalaxie wirkt etwas zottig und hat drei Ringe. Der innerste ist kaum erkennbar, der mittlere verbindet die Enden des zentralen Balkens, und der äußere wirkt etwas zottig. Außen herum verlaufen unregelmäßige, blau gesprenkelte Spiralarme.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Stern

Die meisten Galaxien haben keine Ringe. Warum hat diese Galaxie gleich drei? Zunächst läuft ein Ring nahe um das Zentrum von NGC 1512: Er ist der Kernring. Auf diesem Weitwinkelbild ist er kaum zu sehen. In diesem Ring strahlen neu entstandene Sterne.

Danach folgt ein rötlicher und blauer Ring aus Sternen und Staub. Man nennt ihn kontraintuitiv den „inneren Ring„. Er verbindet die Enden eines diffusen Zentralbalkens aus Sternen, der waagrecht über die Galaxie verläuft. Am weitesten außen ist eine zottige Struktur. Man könnte sie für einen spiralartigen äußeren Ring halten. Er ist von Haufen heller blauer Sterne übersät.

Man nimmt an, dass all diese Ringstrukturen durch die gravitativen Asymmetrien in NGC 1512 in einem langwierigen Prozess beeinflusst werden, den man als säkulare Evolution bezeichnet. Dieses Bild entstand letzten Monat mit einem Teleskop von Deep Sky Chile in Chile.

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NGC 2442: Galaxie im Fliegenden Fisch

Im Bild windet sich eine hakenförmige Galaxie mit sehr ausgeprägten Sternbildungsregionen. Außen herum sind Sterne und kleine Galaxien verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Die verzerrte Galaxie NGC 2442 liegt im südlichen Sternbild Fliegender Fisch (Piscis Volans). Sie ist etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die beiden Spiralarme der Galaxie gehen von einem sehr markanten zentralen Balken aus. Sie verleihen ihr eine Erscheinung, die an einen Haken erinnert.

Das farbige Bild wurde mit Teleskop fotografiert und zeigt viele Details. Um die Galaxie herum sind Sterne verteilt, die im Vordergrund liegen. Das Bild zeigt auch die undurchsichtigen Staubbahnen in der fernen Galaxie. Junge, blaue Sternhaufen und rötliche Regionen mit Sternbildung umgeben einen Kern. Darin leuchtet eine ältere gelbliche Population an Sternen. Die Regionen mit Sternbildung konzentrieren sich anscheinend stärker in dem Spiralarm, der nach rechts oben herausgezogen ist.

Die verzerrte Struktur entstand wahrscheinlich durch eine enge Begegnung vor langer Zeit mit einer kleineren Galaxie, die liegt links oben außerhalb des Bildes liegt. In der Distanz von NGC 2442 ist dieses Teleskop-Sichtfeld breiter als 200.000 Lichtjahre.

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