Der doppellappige Asteroid Torifune

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Bildcredit und Bildrechte: JAXA, U. von Tokio, Chiba Tech, Wissenschaftsuniversität Tokio, AIST, Obs. von Paris, IAC

Anfang dieses Monats flog die japanische Raumsonde Hayabusa2 am Asteroiden 98943 Torifune vorbei und machte dabei Fotos. Beobachtungen von der fernen Erde aus ließen eine längliche Form vermuten. Doch Hayabusa2 fand heraus, dass Torifune aus zwei verbundenen Teilen besteht.

Der Weltraumbrocken hat eine Länge von vier Fußballfeldern. Auf seinem Orbit um die Sonne kommt er der Erde zwar immer wieder nahe, doch er stellt keine Bedrohung dar.

Abgesehen von den zwei Teilen sieht man auf Torifune viele große Felsbrocken. Überraschenderweise gibt es keine deutlichen Krater, vermutlich weil die Oberfläche eine Geröllhalde ist. Wie beim Asteroiden Arrokoth scheint jeder der beiden Teile separat entstanden zu sein. Erst später kollidierten sie und blieben aneinander haften.

Hayabusa2 ist bekannt für den Besuch beim Asteroiden Ryugu im Jahr 2018. Nun ist die Sonde auf dem Weg zu einer Begegnung mit 1998 KY26 im Jahr 2031. Dabei handelt es sich um einen kleineren Asteroiden, der ungewöhnlich schnell rotiert und der möglicherweise größere Mengen Eis enthält.

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Westlicher Mond, östliches Meer

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Bildcredit und Bildrechte: Guy Bardon

Das Mare Orientale, das östliche Meer, ist eine der auffälligsten großen Strukturen auf dem Mond. Es ist das jüngste der großen Einschlagbecken. Allerdings ist es nur sehr schwer von der Erde aus zu sehen. Trotzdem gelang am 7. Juli eine Aufnahme mit dem Teleskop während einer günstigen Neigung oder Libration des Mondes. Das östliche Meer ist in diesem Bild am oberen Rand zu sehen. Das große Mare erstreckt sich entlang des westlichen Mondrands und erscheint extrem verkürzt.

Das Becken mit fast 1000 Kilometern Durchmesser entstand vor mehr als 3 Milliarden Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden. Seine konzentrischen Kreisstrukturen bilden Wellen in der Mondkruste. Sie sind in direkten Aufnahmen aus dem Orbit um den Mond etwas leichter zu erkennen.

Aber warum liegt das östliche Meer am westlichen Mondrand? Das Mare Orientale wurde vor 1961 benannt. In diesem Jahr wurde der Standard der Beschriftung von Ost und West auf Mondkarten umgedreht.

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Pathfinder auf dem Mars

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Bildcredit: Mars Pathfinder, JPL, NASA

Am 4. Juli 1997 landete die Sonde Mars Pathfinder auf dem Mars. Der Abstieg zum Mars gelang mit einem eigenen Feuerwerk, einem Fallschirm und einen schützenden Airbag. Damit hüpfte die Sonde wie ein riesiger Wasserball etwa 15 Mal auf und ab bevor sie schließlich um 19.07 MESZ auf der Marsoberfläche zu liegen kam. Die Landung mit Hilfe von Airbags war damals völlig neu.

Pathfinder übertrug dieses Farbmosaikbild an das Kontrollzentrum auf der Erde. Es ist eine Szene aus einer anderen Welt. Im Vordergrund ist der Marsroboter Sojourner zu sehen. Er sitzt auf dem noch zusammen Pathfinder. Der sechsrädrige, solarbetriebene Sojourner mit der Größe einer großen Hauskatze war der erste erfolgreiche Marsrover. Rund um Pathfinder sieht man die verbrauchten Airbags und die mit Felsbrocken übersäte Überschwemmungsebene des Ares Vallis. Am Horizont heben sich ferne Marshügel gegen den bräunlichen Himmel ab.

Die Pathfinder Landesonde wurde schließlich in Carl Sagan Memorial Station umbenannt.

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Die Erde zwischen den Planeten

Das linke Bild zeigt die Erde unter den Ringen des Saturn, sie ist mit einem Pfeil markiert. Das Bild stammt von der Raumsonde Cassini. Rechts sind Mond und Erde aus der Perspektive der Raumsonde MESSENGER beim Planeten Merkur zu sehen.
Bildcredit: Cassini-Bildgebungs-Team, SSI, JPL, ESA, NASA und NASA / Labor für Angewandte Physik der JHU / Carnegie Inst. Washington

Am 19. Juli 2013 gab es eine interplanetare Premiere. Die Erde wurde am selben Tag aus der Sicht zweier anderer Planeten im Sonnensystem fotografiert. Ein Bild entstand beim innersten Planeten Merkur, das andere beim Ringplaneten Saturn.

Das linke Bild zeigt die Erde als blassblauen Punkt unter den Saturnringen. Es wurde von der Raumsonde Cassini aufgenommen, die damals um den äußersten Gasriesen kreiste. Am selben Tag machten viele Menschen auf der Erde Schnappschüsse von Saturn.

Im rechten Bild sieht man das Erde-Mond-System vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums. Es stammt von der Raumsonde MESSENGER, die sich damals im Orbit um Merkur befand. Das Bild entstand bei der Suche nach kleinen natürlichen Begleitern des Planeten Merkur. Solche Monde müssten ziemlich lichtschwach sein. Im MESSENGER-Bild sind die hellere Erde und der Mond überbelichtet. Sie strahlen im reflektierten Sonnenlicht.

Cassini und MESSENGER erforschten das Sonnensystem. Mittlerweile haben beide ihre Missionen beendet. Eine Rückkehr zur Erde war für keine der beiden Sonden geplant.

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Der Adlernebel und seine Freunde

Die dunkle Wolke über einer hellen, blau schimmernden Höhlung erinnert an einen Adler, der sich mit ausgebreiteten Schwingen hinunter stürzt. Sein Schnabel zeigt auf eine winzige Struktur, die berühmten Säulen der Schöpfung. Vor dem leuchtenden Blau liegt ein Sternhaufen, der das Gas in der Umgebung ionisiert und zum Leuchten bringt.
Bildcredit und Bildrechte: Emmanuel Delgadillo; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was verschlingt hier scheinbar die Säulen der Schöpfung? Es ist der Adlernebel (M16). Er ist weder ein Vogel noch ein Flugzeug oder Superman. M16 kombiniert mehrere Arten von Himmelsobjekten.

NGC 6611 ist ein junger Sternhaufen, der scheinbar unter den Flügeln des Adlers hervorlugt. Das ultraviolette Licht dieser Sterne ionisiert das Gas in der Umgebung. Dabei entsteht der Emissionsnebel IC 4703. Eine Säule neigt sich von links zu den Säulen der Sternbildung. Beide Strukturen bestehen aus kaltem Gas und Staub. Sie bieten eine optimale Umgebung, in der Sterne entstehen können.

Eine frühere Theorie besagt, dass eine Supernova die Säulen der Schöpfung verdampfte. M16 ist 6000 Lichtjahren von uns entfernt. Daher könnten wir die Zerstörung der Säulen erst in Tausenden Jahren sehen. Doch es gibt keine überzeugenden Beweise für so eine Supernova. Daher entstehen vermutlich noch Millionen Jahre Sterne in den Säulen der Sternbildung.

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Der Komet R3 PANSTARRS im Wandel der Zeit

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht auf diesem Kompositbild von unten nach oben an den leuchtenden Nebeln im Sternbild Orion vorbei. Die Barnard-Schleife leuchtet rot, darin befinden sich der Orionnebel und viele weitere ionisierte Staubwolken. Rechts unten ist die markante V-Form der Hyaden im Sternbild Stier.
Bildcredit und Bildrechte: Jakub Kuřák und Martin Mašek (FZU der Tschechischen Akademie der Wissenschaften)

Wenn ein Komet ins innere Sonnensystem kommt, wird das normalerweise von großen Ankündigungen und Hoffnungen begleitet. Wird er besonders hell und fotogen? Doch was passiert, wenn der Komet das Sonnensystem wieder verlässt? Die Sonne erwärmt den Kometenkern nicht mehr so stark. Er stößt dann weniger Gas und Staub aus. Die Koma um den Kern schrumpft und verliert an Helligkeit, und der Kometenschweif wird kürzer.

Viele Kometen ziehen in die äußeren Bereiche des Sonnensystems. Von dort kehren sie oft erst nach Hunderten oder Tausenden Jahren wieder. Doch manche Kometen schleudert die Gravitation der Planeten hinaus. Sie verlassen dann das Sonnensystem für immer. Zu diesen Kometen gehört Komet C/2025 R3 (PANSTARRS).

Der Komet R3 (PANSTARRS) wurde für diese Aufnahme in vielen Nächten lange belichtet. Die Bilder entstanden in der ersten Mai-Hälfte nahe dem Cerro Paranal in Chile. Die oberen Aufnahmen entstanden später. Der Ionenschweif wird dort immer kürzer.

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NGC 188: Alter Sternhaufen im New General Catalog

Mitten im Bild liegt ein offener Sternhaufen, der bereits so alt ist, dass viele seiner Sterne zu Roten Riesen wurden. Davor sind blasse interstellare Nebelfetzen verteilt, die dem Bild ein leicht unscharfes Aussehen verleihen.
Bildcredit und Bildrechte: Neven Krcmarek

Der New General Catalog (NGC) der Sternhaufen und Nebel ist eigentlich gar nicht so neu. J. L. E. Dreyer veröffentlichte ihn 1888. Der Katalog sollte komplett und gut verwendbar sein. Dreyer führte darin astronomische Entdeckungen und Messungen von William, Caroline und John Herschel sowie einigen anderen zusammen. Der berühmte Katalog war höchst erfolgreich und ist bis heute in Verwendung. Von ihm erhalten helle Sternhaufen, Galaxien und Nebeln die Bezeichnung „NGC“.

Ein Beispiel ist der Sternhaufen NGC 188 (also der 188. Eintrag in der NGC-Sammlung). Der offene Sternhaufen ist etwa 6000 Lichtjahre entfernt und liegt im nördlichen Sternbild Kepheus. Sein Alter beträgt ca. 7 Milliarden Jahre. Damit ist NGC 188 relativ alt für einen offenen Sternhaufen. Seine alten roten Riesensterne verleihen dieser Farbaufnahme gelbe Töne.

In einer modernen Sammlung blasser Himmelsobjekte wird NGC 188 als Caldwell 1 bezeichnet. Der Sternhaufen liegt weit über der Ebene der Milchstraße. Wir sehen ihn nahe beim Himmelsnordpol der Erde. Deshalb nennt man ihn manchmal auch Polarissima.

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Konjunktion von Komet R3 PANSTARRS und Orionnebel

Das Panorama zeigt links den rosa-lila Orionnebel, rechts fächert sich der Schweif des Kometen PANSTARRS nach unten auf.
Bildcredit und Bildrechte: Julien De Winter, Sascha Ebeler; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Diese Fotomontage zeigt etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues.1 Komet R3 PANSTARRS zieht sich rechts durch das Bild. Er kommt vermutlich aus der Oortschen Wolke. Das heißt, er ist ein altes Objekt, das im Sonnensystem vor Milliarden von Jahren entstand. Sein heller, langer Ionenschweif leuchtet blau, weil das Gas, das aus dem Kern des Kometen austritt, vom Sonnenlicht ionisiert wird.

Kometen faszinieren aus mehreren Gründen. Sie sind unberührte Zeitkapseln und enthalten die Bausteine der Planeten im Sonnensystem. Kometen brachten womöglich Wasser auf die junge Erde. Das Verhalten des Kometenschweifs lässt auf Wechselwirkungen mit dem Wind und der Strahlung der Sonne schließen.

Im Hintergrund zeigt das Bildmosaik den Orionnebel (M42). Es wurde im Laufe von zwei Beobachtungsnächten aufgenommen. Der Komet wurde in der dritten Nacht fotografiert. Der Orionnebel ist das uns am nächsten gelegene Gebiet, in dem Sterne entstehen. Es ist mit etwa 2 Millionen Jahren noch relativ neu bzw. jung.

Der Komet R3 PANSTARRS ist nur geborgt. Er ist nun etwa 127,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und verlässt unser Sonnensystem wieder.

  1. Der Reim lautet:
    Something old,
    something new,
    something borrowed,
    something blue,
    and a sixpence in her shoe.
    ↩︎

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