Ein Paar Finsternisse

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Bildcredit und Bildrechte: Gwenaël Blanck

Finsternisse treten häufig paarweise auf. Zweimal im Jahr können Sonne, Mond und Erde fast genau auf einer Linie stehen. So eine Finsternis-Saison dauert etwa 34 Tage. In dieser Zeit entstehen eine Sonnenfinsternis und eine Mondfinsternis, denn Neumond und Vollmond liegen knapp über 14 Tage auseinander. Doch nur selten gibt es in einer Finsternis-Saison sowohl eine totale Sonnenfinsternis als auch eine totale Mondfinsternis. Häufiger ist eine der beiden eine partielle Finsternis.

Doch in der vergangenen Finsternis-Saison von 2026 war tatsächlich im Abstand von zwei Wochen eine totale Sonnenfinsternis am 12. August (Bild oben) und eine fast totale Mondfinsternis in der Nacht von 27. auf 28. August (Bild unten) zu sehen. Die Sonnenfinsternis bei Neumond wurde in Peñafiel, Spanien, aufgenommen. Die HDR Fotomontage zeigt das kurze Perlschnurphänomen unmittelbar vor Beginn der Totalität. Auch die goldene Sonnenkorona ist zu sehen. Die partielle Mondfinsternis beim darauffolgenden Vollmond wurde in Sèvres, Frankreich, aufgenommen. Diese HDR Fotomontage zeigt die partielle Finsternis zur Hälfte des 93-prozentigen Maximums. Etwa die Hälfte der sichtbaren Mondscheibe erscheint dunkelrot und liegt im Kernschatten der Erde.

In der nächsten Finsternis-Saison gibt es eine ringförmige Sonnenfinsternis am 6. Februar 2027 und eine darauf folgende Halbschatten-Mondfinsternis am 20. / 21. Februar.

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Der Himmel über dem Paranal rotiert

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Bildcredit und Bildrechte: Osvaldo Castillo

Das Paranal Observatorium der ESO in Chile liegt auf etwa 25 Grad südlicher Breite. Hier bewegt die Rotation der Erde die Oberfläche des Planeten mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1500 Kilometern pro Stunde ostwärts. Obwohl das schneller ist als die Schallgeschwindigkeit auf Meereshöhe, ist die Bewegung nicht wahrnehmbar. Trotzdem zeigt sich die Bewegung in der scheinbaren Rotation des Nachthimmels in Fotos von Sternstrichspuren.

Diese Strichspuraufnahme wurde aus 300 aufeinander folgenden 25 Sekunden Belichtungen zusammengesetzt. Die Kamera war dabei auf einem Stativ fixiert, sodass die Bögen der Strichspuren zu sehen sind. Im Zentrum der konzentrischen Bögen liegt der südliche Himmelspol. Das ist der Punkt am Himmel, an dem die verlängerte Erdrotationsachse die Himmelskugel im Süden durchstößt.

Unterhalb des südlichen Himmelspols ist eines der 1,8 Meter Hilfsteleskope des Observatoriums, das AT 3, zu sehen.

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Farbige Polarlichter über einem isländischen Wasserfall

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Bildcredit und Bildrechte: Victor Lima; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Was für ein Anblick! Ein Nachthimmel voller Farben scheint über den Skógafoss Wasserfall in Island herunterzuregnen. Das Bild entstand im April 2025 in einer einzigen 5 Sekunden Belichtung.

Viele Leute möchten zumindest einmal im Leben eine Aurora sehen. Doch das ist nicht so einfach. Hohe Sonnenaktivität, ein dunkler, klarer Himmel und ein hochgelegener Beobachtungsplatz sind dazu nötig. Nordlichter sind daher leichter zu sehen als ihr Gegenpart, die Südlichter. Denn auf der Südhalbkugel der Erde gibt es weniger Landmassen, besonders um den südlichen Polarkreis.

Aurorae werden durch geladene Teilchen aus dem Sonnenwind verursacht. Diese werden von der Magnetosphäre der Erde eingefangen und durch das Magnetfeld in ein Gebiet nahe der Pole geleitet. Dort kollidieren sie mit Gasteilchen in der Atmosphäre. Verschiedene Farben zeigen die Wechselwirkungen mit verschiedenen Gasen in unterschiedlichen Höhen an. Rot und grün entsteht durch Sauerstoff, blau und rosa durch Stickstoff.

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Der doppellappige Asteroid Torifune

Der Himmelskörper im Bild ist der Asteroid 98943. Er wirkt etwas verschwommen. Aus seiner eher glatten Oberfläche ragen viele Felsbrocken. Das Bild stammt von der japanischen Raumsonde Hayabusa2.
Bildcredit und Bildrechte: JAXA, U. von Tokio, Chiba Tech, Wissenschaftsuniversität Tokio, AIST, Obs. von Paris, IAC

Die japanische Raumsonde Hayabusa2 flog Anfang des Monats am Asteroiden 98943 Torifune vorbei und schickte Fotos. Als man ihn von der fernen Erde aus beobachtete, vermutete man eine längliche Form. Doch die Bilder von Hayabusa2 zeigten, dass Torifune aus zwei Teilen besteht, die miteinander verbunden sind. Der Brocken im Weltraum ist etwa so lang wie vier Fußballfelder. Auf seiner Bahn um die Sonne kommt er der Erde zwar immer wieder nahe, doch er bedroht sie nicht.

Auf den beiden Teilen von Torifune liegen viele große Felsbrocken. Es überrascht, dass er keine klar erkennbaren Krater hat. Vermutlich ist die Oberfläche eine Geröllhalde. Anscheinend entstand jeder der beiden Teile separat, wie beim Asteroiden Arrokoth. Erst später kollidierten die Teile und blieben aneinander hängen.

Hayabusa2 wurde mit dem Besuch beim Asteroiden Ryugu im Jahr 2018 bekannt. Im Jahr 2031 soll die Sonde dem kleinen Asteroiden 1998 KY26 begegnen, der ungewöhnlich schnell rotiert. Es kann sein, dass er größere Mengen Eis enthält.

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Westlicher Mond, östliches Meer

Der Mond ragt von links unten ins Bild. Unten am linken Bildrand ist ein kleiner heller Krater, der von Strahlen umgeben ist. Dunkle Strukturen zeichnen sich oben am Mondrand ab. Dort liegt das Mare Orientale, das man von der Erde aus nur selten sieht.
Bildcredit und Bildrechte: Guy Bardon

Das Mare Orientale, das östliche Meer, ist eine der auffälligsten großen Strukturen auf dem Mond. Es ist das jüngste der großen Einschlagbecken. Allerdings sieht man es von der Erde aus nur sehr schwer. Doch am 7. Juli gelang eine Aufnahme mit dem Teleskop während einer günstigen Neigung oder Libration des Mondes. Das östliche Meer liegt in diesem Bild am oberen Rand. Das große Mare läuft den westlichen Mondrand entlang und erscheint extrem verkürzt.

Das Becken mit fast 1000 Kilometern Durchmesser entstand vor mehr als 3 Milliarden Jahren, als ein Asteroid einschlug. Seine konzentrischen Kreisstrukturen bilden Wellen in der Mondkruste. Nur auf direkten Aufnahmen aus dem Orbit um den Mond erkennt man sie etwas leichter.

Doch warum liegt das östliche Meer am westlichen Mondrand? Das Mare Orientale wurde vor 1961 benannt. In diesem Jahr wurde der Standard der Beschriftung von Ost und West auf Mondkarten umgedreht.

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Pathfinder auf dem Mars

In einer felsigen, braun gefärbten Landschaft steht ein Rover mit Rädern auf einer Plattform mit Solarpaneelen, umgeben von weißen Stofffetzen. Es ist der Marsrover Sojourner, der auf der Raumsonde Mars Pathfinder steht, bevor er zu seiner historischen Erkundung aufbricht.
Bildcredit: Mars Pathfinder, JPL, NASA

Am 4. Juli 1997 landete die Sonde Mars Pathfinder auf dem Mars. Der Abstieg zum Mars gelang mit einem eigenen Feuerwerk, einem Fallschirm und einen schützenden Prallkissen. Damit hüpfte die Sonde wie ein riesiger Wasserball etwa 15 Mal auf und ab, bevor sie schließlich um 19.07 MESZ auf der Marsoberfläche zu liegen kam. Die Landung mit Airbags war damals völlig neu.

Pathfinder schickte dieses farbige Mosaikbild an das Kontrollzentrum auf der Erde. Es ist eine Szene aus einer anderen Welt. Vorne steht der Marsrover Sojourner. Er steht noch auf Pathfinder. Sojourner war der erste erfolgreiche Marsrover. Er ist etwa so groß wie eine große Hauskatze, hat sechs Räder und wird mit Solarpaneelen betrieben.

Rund um Pathfinder liegen die verbrauchten Airbags. Er steht in der Überschwemmungsebene des Ares Vallis, die mit Felsbrocken übersät ist. Am Horizont zeichnen sich ferne Marshügel vor dem bräunlichen Himmel ab. Die Landesonde Pathfinder wurde später in Carl Sagan Memorial Station umbenannt.

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Die Erde zwischen den Planeten

Das linke Bild zeigt die Erde unter den Ringen des Saturn, sie ist mit einem Pfeil markiert. Das Bild stammt von der Raumsonde Cassini. Rechts sind Mond und Erde aus der Perspektive der Raumsonde MESSENGER beim Planeten Merkur zu sehen.
Bildcredit: Cassini-Bildgebungs-Team, SSI, JPL, ESA, NASA und NASA / Labor für Angewandte Physik der JHU / Carnegie Inst. Washington

Am 19. Juli 2013 gab es eine interplanetare Premiere. Die Erde wurde am selben Tag aus der Sicht zweier anderer Planeten im Sonnensystem fotografiert. Ein Bild entstand beim innersten Planeten Merkur, das andere beim Ringplaneten Saturn.

Das linke Bild zeigt die Erde als blassblauen Punkt unter den Saturnringen. Es wurde von der Raumsonde Cassini aufgenommen, die damals um den äußersten Gasriesen kreiste. Am selben Tag machten viele Menschen auf der Erde Schnappschüsse von Saturn.

Im rechten Bild sieht man das Erde-Mond-System vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums. Es stammt von der Raumsonde MESSENGER, die sich damals im Orbit um Merkur befand. Das Bild entstand bei der Suche nach kleinen natürlichen Begleitern des Planeten Merkur. Solche Monde müssten ziemlich lichtschwach sein. Im MESSENGER-Bild sind die hellere Erde und der Mond überbelichtet. Sie strahlen im reflektierten Sonnenlicht.

Cassini und MESSENGER erforschten das Sonnensystem. Mittlerweile haben beide ihre Missionen beendet. Eine Rückkehr zur Erde war für keine der beiden Sonden geplant.

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Der Adlernebel und seine Freunde

Die dunkle Wolke über einer hellen, blau schimmernden Höhlung erinnert an einen Adler, der sich mit ausgebreiteten Schwingen hinunter stürzt. Sein Schnabel zeigt auf eine winzige Struktur, die berühmten Säulen der Schöpfung. Vor dem leuchtenden Blau liegt ein Sternhaufen, der das Gas in der Umgebung ionisiert und zum Leuchten bringt.
Bildcredit und Bildrechte: Emmanuel Delgadillo; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was verschlingt hier scheinbar die Säulen der Schöpfung? Es ist der Adlernebel (M16). Er ist weder ein Vogel noch ein Flugzeug oder Superman. M16 kombiniert mehrere Arten von Himmelsobjekten.

NGC 6611 ist ein junger Sternhaufen, der scheinbar unter den Flügeln des Adlers hervorlugt. Das ultraviolette Licht dieser Sterne ionisiert das Gas in der Umgebung. Dabei entsteht der Emissionsnebel IC 4703. Eine Säule neigt sich von links zu den Säulen der Sternbildung. Beide Strukturen bestehen aus kaltem Gas und Staub. Sie bieten eine optimale Umgebung, in der Sterne entstehen können.

Eine frühere Theorie besagt, dass eine Supernova die Säulen der Schöpfung verdampfte. M16 ist 6000 Lichtjahren von uns entfernt. Daher könnten wir die Zerstörung der Säulen erst in Tausenden Jahren sehen. Doch es gibt keine überzeugenden Beweise für so eine Supernova. Daher entstehen vermutlich noch Millionen Jahre Sterne in den Säulen der Sternbildung.

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