Die Kaulquappen in IC 410

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Bildcredit und Bildrechte: Nico Carver

Diese Nahaufnahme eines Teleskops zeigt die zentrale Region des lichtschwachen Emissionsnebels IC 410 – und wurde in einem Hinterhof aufgenommen! Verwendet wurde die Hubble-Farbpalette. Im Bild werden Teile des sichtbaren Lichts mit einer Schmalbandaufnahme aus dem infraroten Bereich kombiniert.

Leicht rechts unter dem Zentrum sieht man zwei beeindruckende Bewohner dieses interstellaren Tümpels aus Staub und Gas: Die Kaulquappen von IC 410. Der Nebel selbst wird leicht von Staub im Vordergrund verdunkelt. Er umgibt NGC 1893, einen jungen Sternhaufen, der sich in unserer Galaxie befindet. Vor nur 4 Millionen Jahren haben sich in dieser Wolke Sterne gebildet. Diese unglaublich heißen, hellen Sterne reichern das umgebende, leuchtende Gas mit Energie an. Die kosmischen Kaulquappen aber bestehen aus kühlerem Staub und Gas. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang und ein Ort aktiver Sternentstehung! Ihre Form wird durch Sternenwinde und Strahlung verursacht. Die Köpfe werden von hellen Kanten aus ionisiertem Gas umrahmt. Die Schwänze hingegen zeigen weg von den jungen Sternen des zentralen Haufens. IC 410 liegt etwa 10 000 Lichtjahre von uns entfernt, in Richtung des Sternbildes Auriga.

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NGC 1566: Die Galaxie der spanischen Tänzerin

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Bildcredit: ESA/Hubble, NASA, Daniela Calzetti und das LEGUSTeam, Rupali Chandar

Diese Spiralgalaxie ist bestimmt eine der fotogensten ihrer Art. Die Welteninsel besteht aus Milliarden von Sternen. Sie liegt etwa 40 Millionen Lichtjahre von uns entfernt in Richtung des Sternbilds Schwertfisch. Sie trägt den Namen NGC 1566 und zeigt uns ihre prachtvolle Frontalansicht. Mit ihren beiden markanten und anmutigen Spiralarmen ist sie eine “Grand Design” Galaxie. Die Spiralarme sind mit ihren strahlend blauen Sternhaufen, rötlichen Emissionsnebeln und dunklen Staubwolken deutlich zu sehen. Das Hubble Weltraumteleskop hat schon oft Aufnahmen von NGC 1566 gemacht, um die Entstehung von Sternen und Supernova-Explosionen zu untersuchen. Die Galaxie hat außerdem ein ungewöhnlich aktives Zentrum. Das flackernde Zentrum von NGC 1566 macht sie zu einer der nächsten und hellsten Seyfert Galaxien. Ihr Zentrum enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch, das bei Sternen und Gaswolken in der Umgebung Verwüstung anrichtet.

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Tagundnachtgleiche an der Pyramide des Kukulcán

Bildcredit und Bildrechte: Robert Fedez

Um zu sehen, wie die gefiederte Schlange die Maya-Pyramide herabgleitet, braucht man perfekte zeitliche Planung. Dazu muss man Chichén Itzá auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán in den Tagen um die Tagundnachtgleiche besuchen. Am späten Nachmittag bilden die Schatten der Pyramide dann Dreiecke. Diese verschmelzen zu der berühmten Illusion einer Schlange, die sich windet.

Die beeindruckende Stufenpyramide ist auch als Pyramide des Kukulcán bekannt. Sie ist 30 Meter hoch. An der Basis ist sie 55 Meter breit. Das Bauwerk wurde zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert von der präkolumbianischen Zivilisation errichtet. Es besteht aus einer Reihe quadratischer Terrassen und kann als Kalender genutzt werden. Die Anlage ist für ihre astronomischen Ausrichtungen bekannt.

Dieses zusammengesetzte Bild entstand 2019. Damals rahmten Jupiter und Saturn das diagonale Band unserer Milchstraße. In ein paar Tagen gibt es wieder eine Tagundnachtgleiche – nicht nur am Tempel von Kukulcán, sondern auf der ganzen Erde.

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Ein Jahr für K2-315b

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Künstlerische Illustration – Bildnachweis: NASA Ames/JPL-Caltech/T. Pyle, Christine Daniloff, MIT

Ihr wollt einen Planeten besuchen, dessen Jahr nur 3,14 Tage dauert? Dann empfehle ich eine Reise zu K2-315b. Der erdgroße Planet umkreist seinen kühlen, roten M-Klasse Zwergstern in etwa 3,14 Tagen.

Die Entdeckung dieses Exoplaneten wurde 2020 bekannt gegeben. Sie basierte auf öffentlich zugänglichen Daten der erweiterten K2 Mission des Kepler Weltraumteleskops. Die für K2-315b gemessene Umlaufzeit in Tagen ist fast identisch mit der extrem beliebten irrationalen Zahl Pi. Der Exoplanet kreist so nahe an seinem Stern, dass seine Oberfläche vermutlich glühend heiß ist. Außerdem ist dieser Pi-Planet mehr als 185 Lichtjahre von uns entfernt.

Statt einer interstellaren Urlaubsreise ist es daher wahrscheinlich einfacher den Pi-Tag auf dem Planeten Erde zu feiern.

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Toolondo und Strichspuren zur Totalität

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Bildcredit und Bildrechte: Jason Perry

Die Fotomontage aus mehreren Aufnahmen einer nächtlichen Landschaft zeigt anmutige Strichspuren der Sterne über dem Toolondosee in Viktoria, Australien.

Das Bild entstand im Lauf der Mondfinsternis am 3. März. Die Einzelbilder wurden während der einstündigen Totalität aufgenommen. Der Himmel ist durch die Mondfinsternis verdunkelt und die zarten Strichspuren der Sterne sowie die Spur des rötlichen Mondes über dem See und den Bäumen sind deutlich zu sehen.

Die scheinbare Bewegung des Mondes und der Sterne in dieser Zeitrafferaufnahme spiegelt natürlich die tägliche Rotation der Erde um ihre Achse wider. Eine einzelne Teleaufnahme des total verfinsterten Mondes wurde zum Bild passend skaliert und in die Szene eingesetzt. Sie setzt der Spur des Mondes einen dramatischen Endpunkt.

Galerie: Totale Mondfinsternis vom 3. März

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Eine fast volle Rotation des Uranus

Videocredit: ESA/Webb, NASA, CSA, STScI, P. Tiranti, H. Melin, M. Zamani (ESA/Webb); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Zum ersten Mal sind wir Zeugen, wie der äußere Planet Uranus die Bühne betritt und eine Pirouette vollführt. Uranus ist einer der seltsamsten Planeten im Sonnensystem, weil er auf der Seite liegt und sich wie ein Huhn am Spieß dreht.

Dieses Video entstand aus über 1000 Spektren. Sie wurden in über 15 Stunden ständiger Beobachtung aufgenommen, während Uranus rotierte. Dazu diente das Instrument NIRSpec des JWST. Die Daten erfassen das Verhalten der Ionosphäre von Uranus. Die Ionosphäre ist die ionisierte Schicht der Atmosphäre eines Planeten. Sie wechselwirkt stark mit dem Magnetfeld des Planeten.

Das rosige Leuchten des Polarlichts betont das komplexe Zusammenspiel zwischen Uranus’ fehlausgerichteter Rotations- und Magnetachse. Wolken sind als helle Punkte zu sehen, die über den Eisriesen wandern. Die Farben von Blau bis Rot zeigen geringe bis große Höhen. So bekommen wir eine brandneue dreidimensionale Ansicht davon, wie Energie über die Atmosphäre des Planeten verteilt wird. Im linken Bild ist alles von den Ringen des Uranus eingerahmt. Es ist der detaillierteste Blick in die Atmosphäre von Uranus, der bisher erreicht wurde!

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CG 4: Globule und Galaxie

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Bildcredit und Bildrechte: William Vrbasso; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Ist das ein kosmisches Monster, das bereit ist, eine ahnungslose Galaxie zu verschlingen? Glücklicherweise ist das nicht der Fall. Das rote „Monster“ in diesem Bild ist CG 4, eine sogenannte Kometare Globule. Sie befindet sich etwa 1.300 Lichtjahre entfernt im Sternbild Achterdeck des Schiffs (Puppis).

CG 4 ist eine Molekülwolke, in der Wasserstoff so kalt ist, dass sich Moleküle bilden. Durch die Schwerkraft kann hier neues Material zusammenkommen, um Sterne zu bilden. Ihre Form erinnert an einen Kometen, doch sie ist viel größer: Der Kopf von CG 4 hat einen Durchmesser von 1,5 Lichtjahren, und ihr Schweif ist 8 Lichtjahre lang. Zum Vergleich: Die Entfernung von der Erde zur Sonne beträgt nur 8 Lichtminuten.

Forscher vermuten, dass der Schweif der Kometenglobule durch eine nahe Supernova-Explosion oder durch die Strahlung heißer, massereicher Sterne geformt wurde. CG 4 und andere Globulen in der Nähe zeigen tatsächlich weg vom Vela-Supernovaüberrest, der sich im Zentrum des Gum-Nebels befindet.

Die Spiralgalaxie ESO 257-19, die im Hintergrund zu sehen ist, liegt mehr als 100 Millionen Lichtjahre hinter CG 4. Sie ist also in Sicherheit – das „Monster“ ist harmlos.

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Lichter am Himmel über dem Paranal-Observatorium

Über ein paar große Teleskope leuchtet ein bunter Himmel. Besonders auffällig ist das Band der Milchstraße. Es wölbt sich über das ganze Bild. Orangefarbene Laserstrahlen verbinden rechts eins der Teleskope mit dem Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Julien Looten

Wird hier etwa die Erde mit Laserstrahlen verteidigt? Nein. Diese Laser gehen von Teleskopen aus. Mit diesen verbessert man die Genauigkeit der Beobachtung. Indem man das Flackern von Sternenlicht beobachtet, kann man herausfinden, wie sich die Luft über einem Teleskop bewegt.

Doch nicht überall gibt es einen passenden hellen Stern. Dann erzeugt man mit einem hellen Laserkünstliche Sterne„. Wenn man so einen künstlichen Laser-Stern beobachtet, findet man heraus, wie die Atmosphäre der Erde die Beobachtung verändert. Moderne Teleskopspiegel können sich anpassen und Störungen weitgehend ausgleichen. Das wird als adaptive Optik bezeichnet. Damit gelingen auch mit Teleskopen auf der Erde genaue Aufnahmen von Sternen, Planeten und Nebeln.

In der Mitte stehen die Teleskope am ParanalObservatorium in Chile. Links schimmern ein grünes Nachthimmellicht und die beiden Magellanschen Wolken. Rechts leuchtet der Himmel rötlich. In der Mitte wölbt sich das majestätische Band der Milchstraße in einem Bogen.

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