Geminiden über schneebedeckten Bergen

Über einer Landschaft mit schneebedeckten Bergen und einem Haus, das hinter einigen Nadelbäumen steht, zischen Meteore über den sternklaren Himmel. Die Bilder, die den Himmel zeigen, wurden lang belichtet. Daher sieht man auch rötliche Nebel, zum Beispiel die Barnardschleife im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Tomáš Slovinský

Woher kommen all diese Meteore? Was die Richtung am Himmel betrifft, lautet die pointierte Antwort: aus dem Sternbild Zwillinge (Gemini). Daher kennt man den größten Meteorschauer im Dezember als die Geminiden, denn alle Meteore des Schauers strömen scheinbar von einem Punkt in den Zwillingen aus.

Dreidimensional gesehen stößt der ungewöhnliche Asteroid 3200 Phaethon die Teilchen aus. Sie sind etwa so groß sind wie Sandkörner und folgen einer klar definierten Bahn um unsere Sonne. Der Teil der Bahn, dem die Erde am nächsten kommt, liegt vor dem Sternbild Zwillinge. Wenn also die Erde diese Bahn kreuzt, liegt der Radiant der fallenden Teilchen in diesem Sternbild.

Dieses Bild zeigt ein Komposit aus vielen Fotos. Sie wurden in den letzten Tagen am dunklen Himmel in der Slowakei aufgenommen. Hinten stehen die schneebedeckten Gipfel der Belianske Tatry. Über den Himmel ziehen zahllose helle Meteorspuren der Geminiden. Orion geht über dem Horizont auf. Der helle Stern nahe beim Radianten ist Kastor.

APOD-Rückblick: RJNs Vortrag bei Night Sky Network

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Juno fliegt an Ganymed und Jupiter vorbei

Videocredit: Bilder: NASA, JPL-Caltech, SWRI, MSSS; Animation: Koji Kuramura, Gerald Eichstädt, Mike Stetson; Musik: Vangelis

Wie wäre es wohl, am größten Mond im Sonnensystem vorbeizufliegen? Die robotische Raumsonde Juno flog 2021 an Jupiters großem Mond Ganymed vorüber. Dabei nahm sie Bilder auf, die dann digital zu einem detaillierten Film zusammengesetzt wurden.

Das Video beginnt mit dem Überflug über eine zweifarbige Oberfläche des Mondes, der 2000 km groß ist. Es zeigt eine fremdartige eisige Landschaft, die von Tälern und Kratern übersät ist. Die Rillen werden wahrscheinlich durch Platten verursacht, die sich bewegen. Die Krater entstehen durch harte Einschläge.

Juno zog auf ihrer Bahn weiter und kam zum 34. Mal ganz nah an Jupiters Wolken vorbei. Das digitale Video zeigt zahlreiche Wolkenwirbel im Norden. Farbige Zonen und Bänder umspannen in der Mitte den ganzen Planeten. Viele ovale weiße Wolken sind wie Perlschnüre aufgereiht. Zum Schluss gibt es dann wieder Wolkenwirbel, aber diesmal im Süden.

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Orion und das Meer der Stürme

Hinter dem Raumschiff Orion ragt der Mond riesig auf. In die glatten Flächen sind tiefe Krater gerammt, die seitlich von der Sonne beleuchtet werden. Links verläuft der Terminator, das ist die Schattengrenze zwischen Tag und Nacht.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Am 5. Dezember 2022 fing eine Kamera an Bord des unbesetzten Raumschiffs Orion diesen Anblick ein. Kurz danach machte sich das Raumfahrzeug nach dem Vorbeiflug am Mond auf den Rückweg. Hinter einem ausgeklappten Sonnenkollektor breitet sich die dunkle, ebene Landschaft am westlichen Rand des Oceanus Procellarum aus.

Der Oceanus Procellarum, das Meer der Stürme, ist das größte der Maria auf der Mondvorderseite, die mit Lava überflutet sind. Links im Bild verläuft der Mondterminator. Er ist die Trennlinie zwischen Tag und Nacht auf dem Mond. Über der Bildmitte liegt der Krater Marius. Er hat einen Durchmesser 41 Kilometern. Der Strahlenkrater Kepler ist am Rand rechts neben dem Flügel des Sonnenkollektors zu sehen. Die hellen Strahlen von Kepler reichen nach Norden und Westen bis zu Marius und seinem dunklen Kraterinneren.

Am 11. Dezember 2022 kehrte die Raumkapsel Orion in ihre Heimatwelt zurück. Die historische Mission Artemis 1 endete mit der erfolgreichen Wasserung des Raumschiffs im Pazifischen Ozean auf der Erde.

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Nordische Fuchsfeuer

Auf einer verschneiten Weite steht ein Polarfuchs. Dahinter steht rechts ein Berg, nach links stehen am ganzen Horizont Berge. Am klaren Himmel oben ist ein spiralförmiges Polarlicht.

Bildcredit und Bildrechte: Dennis Lehtonen

In einer finnischen Sage heißt es, dass ein Polarfuchs, der so schnell rennt, dass sein buschiger Schwanz die Berge streift, flammende Funken in den Himmel schleudert. Diese erzeugen das Nordlicht. Das finnische Wort „revontulet“ ist eine Bezeichnung für die Aurora Borealis oder das Nordlicht. Es kann mit „Feuerfuchs“ übersetzt werden.

Diese Sage hatte für den Fotografen eine besondere Bedeutung. Die nächtliche Himmelslandschaft über dem finnischen Lappland liegt nahe beim Kilpisjärvi-See. Der Mond beleuchtet die verschneite Landschaft. Rechts hinten erhebt sich Lapplands ikonischer Berg Saana.

Während die wunderschönen Nordlichter über dem Fotografen tanzten, rannte der wilde Feuerfuchs im Vordergrund begeistert um ihn und seine Ausrüstung herum. Dadurch war es nicht so einfach, diesen Zufallstreffer auf einer einzigen Aufnahme zu erwischen.

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Galaxien im Fluss

Mitten im Bild ist eine große Spiralgalaxie, die eine kleinere verschlingt. Die herausgezogenen Spiralarme zeigen, dass starke Gezeitenkräfte am Werk sind. Im Bild sind noch weitere kleine Galaxien verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Vikas Chander

Große Galaxien wachsen, indem sie kleinere verschlingen. Auch unsere Milchstraße betreibt eine Art galaktischen Kannibalismus: Sie zieht kleine Galaxien an, die zu nah kommen und von ihrer Schwerkraft eingefangen werden.

Dieses Phänomen ist im Universum weit verbreitet. Ein beeindruckendes Beispiel ist dieses Paar wechselwirkender Galaxien im Sternbild Eridanus, dem Fluss. Die große, verzerrte Spiralgalaxie NGC 1532 und die Zwerggalaxie NGC 1531 sind über 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die kleinere Galaxie wird diesen gravitativen Kampf auf Dauer verlieren.

Auf diesem scharfen Bild ist NGC 1532 fast von der Kante zu sehen und erstreckt sich über etwa 100.000 Lichtjahre. Das System NGC 1532/1531 ähnelt dem gut erforschten Paar aus der Spiralgalaxie M51 und ihrem kleinen Begleiter, die man von oben sieht.

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Der Pferdekopfnebel

Vor einem rot leuchtenden Emissionsnebel, der von Fasern durchzogen ist, zeichnet sich eine dunkle Wolke ab. Sie hat eine Form, die an einen Pferdekopf erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: George Chatzifrantzis

Diese staubige interstellare Molekülwolke wurde von den Winden und der Strahlung von Sternen geformt. Dabei nahm sie zufällig eine Form an, die man gleich erkennt. Passenderweise ist sie als Pferdekopfnebel bekannt. Sie ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt in den riesigen Wolkenkomplex im Orion eingebettet.

Die dunkle Wolke ist ungefähr fünf Lichtjahre „hoch“. Sie ist als Barnard 33 katalogisiert. Erstmals wurde sie auf einer fotografischen Platte erkannt, die im späten 19. Jahrhundert aufgenommen wurde. B33 ist hauptsächlich sichtbar, weil sich der dunkle Staub als Silhouette vom Leuchten des Emissionsnebels IC 434 abhebt.

Bilder des Hubble-Weltraumteleskops aus dem frühen 21. Jahrhundert zeigen, dass in B33 junge Sterne entstehen. Natürlich verändert sich die Form der prächtigen interstellaren Wolke allmählich in den nächsten paar Millionen Jahren. Aber vorerst ist der Pferdekopfnebel ein lohnendes Objekt, auch wenn es mit kleinen Teleskopen von der Erde schwierig zu beobachten ist.

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Das Herz des Seelennebels

Ein dunkler Staubwulst, der teilweise orangefarben leuchtet, liegt vor einer blau leuchtenden Nebelwand. Das Bild ist von kleinen Sternen übersät.

Bildcredit und Bildrechte: Nicola Bugin

Diese kosmische Nahaufnahme blickt tief in den Seelennebel. Um dunkle und düstere Staubwolken verlaufen helle, schmale Ränder. Sie sind als IC 1871 katalogisiert. Der Nebel hat einen Durchmesser von 25 Lichtjahren. Er nimmt nur einen kleinen Teil des viel größeren Herz- und Seelennebels ein. Der Nebel ist etwa 6500 Lichtjahre von uns entfernt und liegt im Perseus-Spiralarm der Milchstraße. Von der Erde aus sehen wir diese Region im Sternbild Kassiopeia, der Königin von Aithiopia.

IC 1871 ist ein gutes Beispiel für angeregte Sternentstehung. Starke Sternwinde und die intensive Strahlung der massereichen, jungen Sterne formen die dichten Wolken. Die Farbpalette wurde für zahlreiche Hubble-Aufnahmen von Sternbildungsregionen verwendet und wurde dadurch sehr bekannt.

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Nachts über die Erde fliegen

Videocredit: Aufnahmen von Astronaut*innen, NASA ; Zusammenstellung: David Peterson (YouTube); Musik: Freedom Fighters (Two Steps from Hell)

Viele Wunder sind zu sehen, wenn man nachts über die Erde fliegt. Für Astronauten* im Erdorbit sind sie ein alltäglicher Anblick. Das Video ist mit emotionaler Musik hinterlegt. Es zeigt einen Zusammenschnitt der Eindrücke mehrerer Tage. Sie wurden 2011 auf der Internationalen Raumstation (ISS) aufgenommen.

Die Kamera fliegt über weiße Wolken, orange Lichter von Städten, Blitze und Gewitter sowie das dunkelblaue Meer dahin. Am Horizont ist der goldenen Schimmer der dünnen Erdatmosphäre. Sie ist immer wieder von tanzenden Polarlichtern verziert. Die grünen Teile dieser Lichter leuchten typischerweise unter der Raumstation auf. Durch die rot- und lila leuchtenden Polarlichter fliegt die Raumstation sogar direkt durch!

Die Solarpaneele der Raumstation ragen über den Bildrand. Am Ende jeder Sequenz rauscht ein überwältigend helles Leuchten ins Bild. Es ist nichts anderes als die Morgendämmerung auf der Seite der Erde, die zur Sonne zeigt. Astronauten auf der ISS erleben diese Morgendämmerung alle 90 Minuten.

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