NGC 281: Sternlos mit Sternen

NGC 281 im Sternbild Kassiopeia ist ungefähr 80 Lichtjahre groß und wird auch Pacman-Nebel genannt.

Bildcredit und Bildrechte: Wido OerlemansRöntgen: Chandra, Infrarot: Spitzer

Beschreibung: Aus diesem Schmalband-Bild von NGC 281, einer etwa 10.000 Lichtjahre entfernten Sternbildungsregion im Sternbild Kassiopeia, wurden im sichtbaren Licht alle Sterne entfernt. In das sternenlose Bild wurden dann die Sterne digital wieder eingefügt. Doch anstelle der Bilddaten in sichtbarem Licht wurden die Sterne mit Röntgendaten des Chandra-Röntgenobservatoriums (in Violett) sowie mit Infrarotdaten des Weltraumteleskops Spitzer (in Rot) hinzugefügt.

Die aus mehreren Wellenlängen kombinierte Ansicht zeigt eine Vielzahl an Sternen in dem eingebetteten Sternhaufen IC 1590 der Region. Auf Bildern in sichtbarem Licht sind die jungen Sterne meist durch das Gas und den Staub der Entstehungswolken verdeckt. NGC 281 ist ungefähr 80 Lichtjahre groß. Wegen seines Aussehens in sichtbarem Licht ist er auch als Pacman-Nebel bekannt.

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Volles Mondlicht

Vollmond bei Mondaufgang.

Bildcredit und Bildrechte: Zhengjie Wu und Jeff Dai (TWAN)

Beschreibung: Die Silhouette des Fotografen steht im hellen Mondlicht, während auf dieser gut geplanten Nahaufnahme der Vollmond aufgeht.  Normalerweise ist das die hellste Mondphase. Doch von 18. auf 19. November dämpft eine partielle Mondfinsternis das Licht des Vollmondes, die auf einem Großteil des Planeten sichtbar ist.

Zum Höhepunkt der Finsternis bleiben nur wenige Prozent vom Durchmesser der Mondscheibe außerhalb des dunklen Erdschattens, wenn der Mond am südlichen Rand durch den Schatten gleitet. Der Mond steht nahe dem Apogäum, dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, daher ist seine Bewegung langsam, das macht diese zweite Mondfinsternis von 2021 zu einer besonders langen partiellen Mondfinsternis.

In einem Großteil von Nordamerika ist die partielle Finsternisphase in der Morgendämmerung sichtbar. Da Finsternisse häufig paarweise auftreten, folgt auf diese Mondfinsternis in zwei Wochen eine Sonnenfinsternis, und zwar am 4. Dezember.

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NGC 3314: überlappende Galaxien

Das Hubblebild zeigt zwei überlappende Galaxien - NGC 3314 im Sternbild Wasserschlange.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung und Bildrechte: William Ostling (The Astronomy Enthusiast)

Beschreibung: Warum ruft die nähere Galaxie keinen Gravitationslinseneffekt bei der hinteren Galaxie hervor? Das tut sie, aber weil die Galaxien so nahe beieinander liegen, ist die Winkelverschiebung der Galaxien kleiner als ihre Winkelgröße.

Dieses Hubblebild von NGC 3314 zeigt zwei große Spiralgalaxien, die zufällig genau auf einer Linie stehen. Die Galaxie NGC 3314a im Vordergrund mit ihrer Windradform und ihren jungen, hellen Sternhaufen ist fast genau von oben sichtbar. Anders als die helle Hintergrundgalaxie NGC 3314b sieht man jedoch auch dunkle, wirbelnde interstellare Staubbahnen, welche die Struktur der näheren Spirale nachzeichnen. Beide Galaxien liegen am Rand des etwa 200 Millionen Lichtjahre entfernten Hydra-Galaxienhaufens.

Verzerrungen durch Gravitationslinsen sind leichter erkennbar, wenn die Linsengalaxie kleiner und weiter entfernt ist. Dann kann die Galaxie im Hintergrund sogar einen Ring um die nähere Galaxie bilden. Kurze Gravitationslinsenblitze durch Sterne in der Vordergrundgalaxie, die das Licht von Sternen in der Hintergrundgalaxie kurzzeitig verstärken, können bei künftigen Beobachtungskampagnen mit hochauflösenden Teleskopen sichtbar werden.

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Geminiden aus den Zwillingen

Geminiden-Meteorstre vom 14. Dezember 2020 vor der Milchstraße und den Sternbildern Orion und Zwillinge.

Bildcredit und Bildrechte: Wang Jin

Beschreibung: Woher kommen all diese Meteore? Was die Richtung am Himmel betrifft, lautet die eindeutige Antwort: aus dem Sternbild Zwillinge. Daher ist der größte Meteorschauer im Dezember als Geminiden  bekannt, weil die Meteore des Stroms allesamt scheinbar von einem Radianten in Gemini ausströmen.

Räumlich gesehen werden die sandkorngroßen Teilchen von dem ungewöhnlichen Asteroiden 3200 Phaethon ausgestoßen und folgen einer klar definierten Bahn um unsere Sonne. Der Teil der Bahn, welcher sich der Erde nähert, liegt vor dem Sternbild Zwillinge. Wenn also die Erde diese Bahn kreuzt, liegt der Radiant – der Ausgangspunkt der fallenden Teilchen – in den Zwillingen (Gemini).

Dieses Komposit wurde aus vielen Bildern zusammengefügt, die beim Geminiden-Meteorstrom 2020 fotografiert wurden. Es zeigt mehr als 200 helle Meteore, die am 14. Dezember nachts über den Himmel zogen.

Der ergiebigste Meteorstrom im November, die Leoniden, erreichen heute und morgen Nacht den Höhepunkt. Leider wird es dieses Jahr beim Höhepunkt am frühen Morgen schwierig, blasse Meteore am hellen, vom Dreiviertelmond beleuchteten Himmel zu erkennen. Trotzdem solltet ihr jede Stunde ein paar helle Leoniden-Meteore sehen.

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Lichtsäule über dem Ätna

Eiskristalle über dem Ätna in Italien reflektieren das Licht der glühenden Magma bei einem Vulkanausbruch.

Bildcredit und Bildrechte: Giancarlo Tinè

Beschreibung: Was leuchtet über diesem Vulkan? Etwas sehr Ungewöhnliches – eine vulkanische Lichtsäule. Normalerweise entstehen Lichtsäulen durch Sonnenlicht, sie erscheinen meist als helle Säule, die von einem Sonnenauf- oder -untergang aufsteigt. Auch über Straßen- und Hausbeleuchtungen wurden schon Lichtsäulen beobachtet, manche davon sind ziemlich bunt.

Doch diese Lichtsäule wurde vom roten Licht des glühenden Magmas bei einem Vulkanausbruch beleuchtet. Es ist der Ätna in Italien, das Bild wurde Mitte Juni ein paar Stunden nach Sonnenuntergang als Einzelaufnahme fotografiert. Durch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt entstanden über der Aschewolke des Vulkans Eiskristalle, entweder in den Zirruswolken hoch über dem Vulkan oder im kondensierten Wasserdampf, den der Ätna ausstieß. Diese Eiskristalle, die zumeist in Richtung Boden flach sind, aber flattern, reflektierten das Licht aus der Caldera des Vulkans.

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Wie man ein Licht am Himmel erkennt

Grafik zur Erkennung von Himmelslichtern.

Illustrationscredit und -rechte: HK (Die Liga der verlorenen Fälle)

Beschreibung: Was ist dieses Licht am Himmel? Das ist eine häufige Frage, auf die man mit ein paar schnellen Beobachtungen eine Antwort finden kann. Zum Beispiel: Bewegt es sich oder blinkt es? Wenn ja, und wenn ihr in der Nähe einer Stadt wohnt, lautet die Antwort meist: Ein Flugzeug, weil es viele Flugzeuge gibt, aber nur wenige Sterne und Satelliten hell genug sind, um sie über einer künstlichen Lichtglocke zu sehen.

Wenn nicht, und wenn ihr weit von einer Stadt entfernt wohnt, ist das helle Licht wahrscheinlich ein Planet wie die Venus oder der Mars – Erstere steht in der Morgen- oder Abenddämmerung nahe am Horizont. Manchmal ist es wegen der geringen scheinbaren Bewegung eines fernen Flugzeugs nahe am Horizont schwierig, es von einem hellen Planeten zu unterscheiden, aber nach wenigen Minuten kann man ein Flugzeug durch seine Bewegung erkennen.

Immer noch unsicher? Diese Grafik bietet eine witzige, aber meist richtige Einschätzung. Begeisterte Sternenfreundinnen und -freunde haben vielleicht nett formulierte Verbesserungsvorschläge, die willkommen sind.

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Rosettas Komet in den Zwillingen

Komet Tschurjumow-Gerassimenko (67P), der von der Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae erforscht wurde.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri (Projekt CARA, CAST)

Beschreibung: Dieses Teleskopbild vom 7. November  zeigt den periodischen Kometen Tschurjumow-Gerassimenko (67P), der auf seinem 6,4 Jahre dauernden Umlauf zurückkehrt. Der Staubschweif des Kometen zieht vor den Hintergrundsternen im Sternbild Zwillinge vorbei, er reicht rechts oben bis zu Ypsilon Geminorum. Beta Geminorum, auch als Pollux bekannt, ist der hellste Stern in den Zwillingen, er leuchtet links oben knapp außerhalb Bildrandes.

Tschurjumow-Gerassimenko erreichte am 2. November 2021 sein Perihel, das ist die größte Annäherung an die Sonne. Im Perigäum, der größten Annäherung an den Planeten Erde am 12. November, war dieser Komet etwa 0,42 Astronomische Einheiten entfernt, trotzdem war er zu blass, um ihn mit bloßem Auge zu sehen.

Der gut erforschte Komet wurde bei seiner letzten Reise durch das innere Sonnensystem von Robotern vom Planeten Erde erforscht. Er ist nun die letzte Raststätte der historischen Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae.

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M33, die Dreiecksgalaxie

Die Spiralgalaxie M33 im Sternbild Dreieck ist die drittgrößte Gaöaxie der Lokalen Gruppe.

Bildcredit und Bildrechte: Bernard Miller

Beschreibung: Das kleine nördliche Sternbild Dreieck (Triangulum) enthält die prächtige, von oben sichtbare Spiralgalaxie M33. Landläufig wird sie Windradgalaxie oder einfach Dreiecksgalaxie genannt. M33 hat einen Durchmesser von mehr als 50.000 Lichtjahren. Sie ist nach M31, der Andromedagalaxie, und unserer Milchstraße die drittgrößte in der Lokalen Gruppe.

M33 ist ungefähr drei Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und vermutlich eine Begleiterin der Andromedagalaxie. Himmelsforschende haben wahrscheinlich eine atemberaubende Aussicht auf die großen Spiralsysteme der jeweils anderen Galaxie.

Dieses scharfe Bild, eine Aussicht von der Erde, zeigt die blauen Sternhaufen und rötlichen Sternbildungsregionen entlang der lose gewundenen Spiralarme von M33. Die höhlenartige NGC 604 ist die hellste Sternbildungsregion, hier seht ihr sie etwa auf der 4-Uhr-Position vom Galaxienzentrum. Wie bei M31 trug auch die Population gut vermessener veränderlicher Sterne in M33 dazu bei, dass diese nahe gelegene Spirale zu einem kosmischen Maßstab für die Entfernungsskala des Universums wurde.

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NGC 1333: Sternentstehung in Perseus

Der Reflexionsnebel NGC 1333 im Sternbild Perseus enthält Herbig-Haro-Objekte.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Sherick

Beschreibung: NGC 1333 ist im sichtbaren Licht ein Reflexionsnebel, der von bläulichen Farbtönen geprägt ist. Diese sind charakteristisch für Sternenlicht, das von interstellarem Staub reflektiert wird. Der Nebel ist etwa 1000 Lichtjahre entfernt und liegt im heroischen Sternbild Perseus am Rande einer großen Molekülwolke, in der Sterne entstehen.

Diese Teleskop-Nahaufnahme ist am Himmel so breit wie zwei Vollmonde, das entspricht in der geschätzten Entfernung von NGC 1333 etwa 15 Lichtjahren. Das Bild zeigt Details der staubigen Region sowie verräterische Hinweise von kontrastreichem rotem Licht von Herbig-Haro-Objekten, Strahlen und erschüttertes leuchtendes Gas, das von kürzlich entstandenen Sternen ausströmt.

NGC 1333 enthält Hunderte Sterne, die weniger als eine Million Jahre alt sind, die meisten sind noch durch den überall vorhandenen Sternenstaub vor optischen Teleskopen verdeckt. Die chaotische Umgebung ist möglicherweise ähnlich wie die, in der unsere Sonne vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

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Video eines grünen Blitzes


Videocredit und -rechte: Paolo Lazzarotti

Beschreibung: Viele halten ihn für einen Mythos. Andere denken, er ist echt, aber seine Ursache wäre unbekannt. Abenteurerinnen sind stolz darauf, wenn sie einen gesehen haben. Es ist ein grüner Blitz von der Sonne. Tatsache ist, dass es den grünen Blitz gibt und seine Ursache gut bekannt ist.

Kurz bevor die untergehende Sonne ganz verschwindet, leuchtet ein letzter Schimmer auf, der auffallend grellgrün ist. Der Effekt ist meist nur an Orten mit einem niedrigen, weit entfernten Horizont sichtbar und dauert nur wenige Sekunden. Ein grüner Blitz ist auch bei Sonnenaufgang sichtbar, aber man muss die Zeit besser planen, um ihn zu erspähen.

Letzten Monat wurde ein dramatischer grüner Blitz auf Video gefilmt, als die Sonne hinter dem Ligurischen Meer in der Toskana in Italien unterging. Der zweite Ablauf im Video zeigt den grünen Blitz in Echtzeit, der erste läuft schneller und der letzte in Zeitlupe. Die Sonne selbst wird nicht teilweise grün – der Effekt entsteht durch die Schichten der Erdatmosphäre, die sich wie ein Prisma verhält.

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Diese Weltraumbilder sind gefälscht, bis auf eines

Fingierte APOD-Bilder zur Kalibrierung von Algorithmen computergesteuerter Teleskope.

Bildcredit: M. J. Smith et al. (U. Hertfordshire)

Beschreibung: Warum sollte jemand ein Universum erfinden? Aus nur einem Grund – um unser wirkliches Universum besser zu verstehen.

Viele astronomische Projekte, welche die Eigenschaften unseres Universums erforschen, arbeiten mit einem Roboter-Teleskop, das nacheinander Bilder des Nachthimmels aufnimmt. Anschließend analysieren ausgeklügelte Computeralgorithmen diese digitalen Bilder, um Sterne und Galaxien zu finden und ihre Eigenschaften zu vermessen. Um diese Algorithmen zu kalibrieren, ist es nützlich, sie an Bildattrappen aus einem fiktiven Universum zu testen. So sieht man, ob die Algorithmen die gezielt angelegten Eigenschaften korrekt erkennen.

Dieses Mosaik fingierter Bilder zeigt Imitationen von Aufnahmen, die auf Astronomy Picture of the Day (APOD) der NASA veröffentlicht wurden. Nur eines der 225 Bilder ist echt – wer findet es? Die geschickten Täuscher stellen einzelne gefälschte APOD-Bilder auf ihrer Website ThisIsNotAnAPOD oder in ihrem Twitterfeed zur Verfügung. Nützlicher für die Kalibrierung und das Verständnis des fernen Universums sind jedoch Galaxienattrappen – eine Stichprobe davon seht ihr auf der Website ThisIsNotAGalaxy.

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