Der Tarantelnebel

Mitten im Bild leuchtet eine magentafarbene, zerfledderte Wolke, die an ein Spinnentier erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Ward (Barden-Ridge-Observatorium)

Der Tarantelnebel ist auch als 30 Doradus bekannt. Er ist eine riesige Region mit Sternbildung und mehr als 1000 Lichtjahre breit. Der Tarantelnebel liegt in einer nahen Begleitgalaxie, der Großen Magellanschen Wolke (GMW). Er ist ungefähr 180.000 Lichtjahre entfernt und die größte, gewaltigste Region mit Sternbildung, die wir in der gesamten Lokalen Gruppe kennen.

Das kosmische Spinnentier breitet sich im Bild aus. Die Daten dafür wurden mit Schmalbandfiltern fotografiert. Diese speziellen Filter waren nur für das Leuchten ionisierter Wasserstoffatome durchlässig.

Die Tarantel hat den Katalogeintrag NGC 2070. Der junge Haufen im Zentrum ist als R136 katalogisiert. Die intensive Strahlung seiner Sterne, die Sternwinde und die Stoßwellen von Supernovae liefern die Energie für das Leuchten in NGC 2070 und formen die spinnenartigen Fasern. In der Umgebung der Tarantel liegen noch mehr Regionen mit Sternbildung und jungen Sternhaufen, Fasern und blasenartigen Wolken.

Das Bild zeigt auch den Ort der nächstgelegenen Supernova in jüngster Vergangenheit: SN 1987A liegt links neben der Mitte. Das reiche Sichtfeld im südlichen Sternbild Schwertfisch ist etwa 1 Grad breit, das sind 2 Vollmonde nebeneinander. Wenn der Tarantelnebel näher wäre, sagen wir 1500 Lichtjahre wie der Orionnebel, in dem auch Sterne entstehen, wäre er so groß wie der halbe Himmel.

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