Familienporträt des Sonnensystems

Planetenparade am Morgenhimmel mit Saturn, Neptun, Jupiter, Mars, Uranus, Venus, Merkur und dem Mond am Himmel von  San Pedro de Atacama in Chile.

Bildcredit und Bildrechte: Alexis Trigo

Habt ihr schon einmal alle Planeten auf einmal gesehen? Fast den ganzen Juni war am Morgenhimmel eine seltene Parade aller Planeten zu bewundern. Dieses Fischaugenbild des ganzen Himmels wurde vor wenigen Morgen in San Pedro de Atacama in Chile fotografiert. Es zeigt nicht nur die ganze Planetenparade, sondern zwischen Mars und Venus auch den Mond.

Die Mitglieder dieses Familienporträts des Sonnensystems sind – entlang der Ekliptik von links nach rechts – die Erde, Saturn, Neptun, Jupiter, Mars, Uranus, Venus, Merkur und die Erde. Damit man ihre Positionen besser erkennt, wurden Neptun und Uranus künstlich verstärkt. Der Vulkan unter Merkur ist der Licancabur.

Im Juli wandert Merkur in den Glanz der Sonne und taucht wenige Tage später auf der Abendseite wieder auf. Dann wandert Saturn im August in die Richtung gegenüber der Sonne und wird so in der Abenddämmerung statt der Morgendämmerung sichtbar. Die nächste Gelegenheit, bei der alle acht Planeten gleichzeitig am Morgenhimmel zu sehen sind, bietet sich 2122.

Wien, 5. Juli 2022, 16-22 Uhr: 35 Jahre ESA-Österreich
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Lichtsäule über dem Ätna

Eiskristalle über dem Ätna in Italien reflektieren das Licht der glühenden Magma bei einem Vulkanausbruch.

Bildcredit und Bildrechte: Giancarlo Tinè

Beschreibung: Was leuchtet über diesem Vulkan? Etwas sehr Ungewöhnliches – eine vulkanische Lichtsäule. Normalerweise entstehen Lichtsäulen durch Sonnenlicht, sie erscheinen meist als helle Säule, die von einem Sonnenauf- oder -untergang aufsteigt. Auch über Straßen- und Hausbeleuchtungen wurden schon Lichtsäulen beobachtet, manche davon sind ziemlich bunt.

Doch diese Lichtsäule wurde vom roten Licht des glühenden Magmas bei einem Vulkanausbruch beleuchtet. Es ist der Ätna in Italien, das Bild wurde Mitte Juni ein paar Stunden nach Sonnenuntergang als Einzelaufnahme fotografiert. Durch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt entstanden über der Aschewolke des Vulkans Eiskristalle, entweder in den Zirruswolken hoch über dem Vulkan oder im kondensierten Wasserdampf, den der Ätna ausstieß. Diese Eiskristalle, die zumeist in Richtung Boden flach sind, aber flattern, reflektierten das Licht aus der Caldera des Vulkans.

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Sterne über einem Vulkanausbruch

Der Ätna auf Sizilien in Italien schleudert Lavafontänen mehr als einen Kilometer in die Höhe.

Bildcredit und Bildrechte: Giuseppe Vella

Beschreibung: Der Ätna bricht schon seit Hunderttausenden Jahren aus. Der Vulkan auf Sizilien in Italien schleudert Lavafontänen mehr als einen Kilometer in die Höhe. Der Ätna ist nicht nur einer der aktivsten Vulkane der Erde, er ist mit einer mehr als 50 Kilometer breiten Basis und einer Höhe von fast drei Kilometern auch einer der größten.

Dieses Bild vom Ausbruch letzten Monat zeigt eine Lavaschwade, die nach oben schießt, während außen am Vulkan heiße Lava hinab fließt. Die Spuren oben stammen wahrscheinlich von Satelliten, in der Ferne sprenkeln urzeitliche Sterne den Himmel. Dieser Vulkanausbruch war so heftig, dass Flughäfen in der Nähe geschlossen wurden, damit keine Flugzeuge durch die gefährliche Aschewolke flogen. Vordergrund und Hintergrund wurden nacheinander mit derselben Kamera am selben Ort fotografiert.

Umfrage zu Ästhetik und Astronomie (englisch): Vertonung
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Das Kreuz des Südens und ein Vulkan in Chile

Das Kreuz des Südens steht neben dem Vulkan Villarrica in Chile.

Bildcredit und Bildrechte: Tomáš Slovinský

Beschreibung: Habt ihr schon einmal das Kreuz des Südens gesehen? Dieses berühmte Bild aus vier Sternen ist am besten auf der Südhalbkugel der Erde zu sehen. Dieses Bild wurde zu Beginn des Monats in Chile fotografiert. Es zeigt das Kreuz des Südens links neben dem ausbrechenden Villarrica, einem der aktivsten Vulkane in unserem Sonnensystem.

Die Verbindung von Gacrux, dem rötesten Stern im Kreuz des Südens, zum hellsten Stern Acrux zeigt ungefähr zum südlichsten Ort am Himmel: dem Himmelssüdpol, um den scheinbar alle südlichen Sterne kreisen, während die Erde rotiert. In modernen Zeiten steht kein heller Stern in der Nähe des Himmelssüdpols. Anders im Norden: Dort steht der helle Polarstern beim Himmelsnordpol.

Wenn ihr die Linie von Gacrux zu Acrux noch weiter (vom etwa vier- bis zum zirka siebenfachen Winkelabstand) noch weiter verlängert, führt sie in die Nähe der Kleinen Magellanschen Wolke, einer hellen Begleitgalaxie unserer Milchstraße.

Die Sterngruppe Kreuz-des-Südens markiert das Sternbild Crux, eine größere Anordnung von Sternen, zu der auch vier Veränderliche vom Typ der Cepheiden gehören, und die mit bloßem Auge sichtbar sind. Knapp über dem Vulkan steht etwas, das wie eine dunkle Wolke aussieht, es ist der Kohlensacknebel. Links oben ist der große, rote, Sterne bildende Carinanebel zu sehen.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator
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Vulkanische Große Konjunktion

Die Planeten Jupiter und Saturn, in Zodiakallicht getaucht, hinter einem ausbrechenden Vulkan in Guatemala.

Bildcredit und Bildrechte: Francisco Sojuel

Beschreibung: Wo sehe ich die Große Konjunktion? Ungefähr dort, wo die Sonne untergeht. Diese enge Begegnung von Jupiter und Saturn findet in Richtung Südwesten statt. Da das Planetenpaar, Sonne und Erde geometrisch gesehen fast auf einer geraden Linie liegen, gehen die Planeten genau dort unter, wo zuvor die Sonne verschwunden ist, und zwar an jedem Ort der Erde.

Wann sehe ich die Große Konjunktion? Knapp nach Sonnenuntergang. Da die beiden Planeten so nahe in Richtung Sonne stehen, liegen sie am Himmel in der Nähe der Sonne, doch ihr seht sie am besten, wenn die Erde die Sonne bedeckt, nicht aber die Planeten: also kurz nach Sonnenuntergang. Bald danach gehen auch Jupiter und Saturn unter. Seid also pünktlich!

Ist morgen Abend die einzige Nacht, in der ich die Große Konjunktion sehe? Morgen Abend stehen die Götterriesen am engsten beisammen, aber in den nächsten Tagen stehen sie noch jede Nacht ungewöhnlich nahe beisammen. Ihre engste Begegnung findet am 21. Dezember um 18:20 UTC statt.

Bricht in der Nähe der Großen Konjunktion am Horizont ein Vulkan aus? Ja, zum Beispiel wenn ihr Guatemala lebt, wo dieses Bild fotografiert wurde. Ansonsten im Allgemeinen nicht. Auf diesem Foto von letzter Woche stehen Jupiter und Saturn rechts über einem Baum und sind in das diffuse Leuchten des Zodiakallichtes getaucht.

Wachsende Galerie: Interessante Bilder der Großen Konjunktion, die bei APOD eingereicht wurden
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Illustration eines Venus-Vulkans

Künstlerische Darstellung eines ausbrechenden Vulkans auf der Venus.

Illustrationscredit: NASA, JPL-Caltech, Peter Rubin

Beschreibung: Wie sieht wohl ein ausbrechender Vulkan auf der Venus aus? Zu Beginn dieses Jahres wurden Hinweise auf aktuell aktive Vulkane auf der Venus veröffentlicht, nachdem Regionen, in denen nur urzeitliche Vulkane vermutet wurden, unerklärbar warm wurden. Es gibt zwar großflächige Aufnahmen der Venus mit Radar, doch die dicken Schwefelsäurewolken verhindern Abbildungen in sichtbarem Licht.

Nichtsdestotrotz seht ihr hier einen ausbrechenden Vulkan auf der Venus in Form einer künstlerischen Darstellung.

Vulkane könnten eine wichtige Rolle im Lebenszyklus auf der Venus spielen, indem sie chemische Nährstoffe in die kühlere obere Atmosphäre schleudern, wo vielleicht hungrige Mikroben schweben. Das Bild zeigt, wie die Rauchwolke eines ausbrechenden Vulkans aufsteigt, während ein gewaltiges Lavafeld einen Teil der heißen, rissigen Oberfläche des überhitzten Zwillings der Erde bedeckt.

Die Möglichkeit mikrobieller Venusianer in der Atmosphäre ist natürlich reizvoll, aber derzeit umstritten.

Beschreibung eines APOD auf TikTok von astrokirsten

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Komet Halley und Komet SWAN

Der Meteorstrom der Eta-Aquariiden des Kometen Halley und Komet SWAN über den Gipfeln der Insel Reunion.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)

Beschreibung: Die Stunden vor der Dämmerung am 3. Mai waren mondlos, als Körnchen aus kosmischem Staub über den Südhimmel der Insel Reunion streiften. Die Erde fegt die staubigen Bruchstücke auf, die der periodische Komet 1/P Halley zurückließ, wenn sie durch diese hindurchpflügt. Dabei beobachten wir den jährlichen Meteorstrom der Eta-Aquariiden.

Diese gelungene Aufnahme zeigt einen hellen Meteor der Eta-Aquariiden, der von links nach rechts über einem Wolkenmeer aufblitzt. Die Meteorspur zeigt rückwärts zum Radianten des Schauers, der – außerhalb des oberen Bildrandes – weit über dem östlichen Horizont im Sternbild Wassermann (Aquarius) liegt. Die Eta-Aquariiden bewegen sich sehr schnell, sie treten mit etwa 66 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein, man sieht sie in einer Höhe von ungefähr 100 Kilometern.

Auf dieser himmlischen Szenerie durfte außerdem der ungefähr 6 Lichtminuten von der Erde entfernte Komet C/2020 F8 SWAN mit seiner blassen grünlichen Koma und dem langen Schweif nicht fehlen, er posiert über den Vulkangipfeln links neben der Mitte.

Komet SWAN steht nun in der Morgendämmerung in der Nähe des östlichen Horizonts. Er wurde jedoch nicht so hell wie erhofft. Dieser Erstlingskomet erreichte erst vor zwei Tagen seine größte Annäherung an den Planeten Erde und erreicht am 27. Mai sein Perihel.

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Monduntergang hinter dem Vulkan Teide


Videocredit und Bildrechte: Daniel López (El Cielo de Canarias); Musik: Piano della Moon (Dan Silva)

Beschreibung: Diese Leute sind nicht in Gefahr. Was von links herunterkommt, ist nur der weit entfernte Mond. Luna erscheint hier so groß, weil sie mit einem Teleobjektiv fotografiert wurde. Was sich hier bewegt, ist hauptsächlich die Erde, deren Rotation dazu führt, dass der Mond langsam hinter dem Teide – einem Vulkan auf den Kanarischen Inseln vor der nordwestlichen Küste Afrikas – verschwindet.

Die Menschen sind 16 Kilometer entfernt, und viele blicken in die Kamera, weil sie beobachten, wie die Sonne hinter dem Fotografen aufgeht. Es ist kein Zufall, dass ein Vollmond genau bei Sonnenuntergang aufgeht, weil die Sonne am Himmel immer auf der gegenüberliegenden Seite des Vollmondes steht.

Dieses Video entstand vor zwei Jahren bei einem vollen Milchmond. Es ist kein Zeitraffervideo – der Mond ging tatsächlich so schnell unter.

Kostenlose Videokurse: Einführung in die Astronomie (englisch)
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Ein Mond als Saturn verkleidet

Saturn? Nein, ein Sichelmond über Guatemala bekommt einen Ring aus Wolken. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Francisco Sojuel

Beschreibung: Warum erscheint Saturn so groß? Das tut er nicht – was man hier sieht, sind Wolken auf der Erde, die im Vordergrund vor dem Mond vorbeizogen.

Der Mond zeigt eine leichte Sichelphase, der Großteil seiner Oberfläche ist vom reflektierten Erdschein beleuchtet, der als Da-Vinci-Licht bekannt ist. Die Sonne scheint direkt von unten auf die helle Mondsichel, also muss die Sonne unter dem Horizont stehen, somit wurde das Bild vor Sonnenaufgang fotografiert.

Diese Doppelaufnahme entstand am 24. Dezember 2019, zwei Tage später glitt der Mond vor der Sonne vorbei und rief eine Sonnenfinsternis hervor. Im Vordergrund leuchten die Lichter kleiner Städte in Guatemala hinter dem riesigen Vulkan Pacaya.

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Mondaufgang und Bergschatten

Mondaufgang - der Vollmond im Schatten des Vulkans Teide auf der Kanarischen Insel Teneriffa; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Lopez (El Cielo de Canarias)

Beschreibung: Welche Mondphase ist 3,14 Radiant von der Sonne entfernt? Natürlich der Wollmond. Obwohl der Mond mehrere Tage lang aussieht, als wäre er voll, erreicht er seine volle Phase erst, wenn seine ekliptische Länge 3,14 Radiant (oder 180 Grad) von der Sonne entfernt ist. Dieser Punkt liegt – am Himmel des Planeten Erde – gegenüber der Sonne.

Am 9. März ging dieser scheinbar sehr volle Mond auf, als die Sonne unterging, fotografiert wurde er im Teide Nationalpark auf der Kanarischen Insel Teneriffa, mit Blick in die Gegenrichtung der untergehenden Sonne. Der Blickpunkt liegt in der Nähe des Vulkangipfels Teide auf etwa 3500 Metern Meereshöhe. Auch der aufsteigende dreieckige Schatten des Berges, der weit in die dichte Erdatmosphäre reicht, liegt gegenüber der untergehenden Sonne. Unter der fernen Kammlinie stehen links die weißen Teleskopkuppeln des Teide-Observatoriums.

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Milchstraße über dem Yellowstone

Siehe Beschreibung. Die Milchstraße über Silex Spring im Yellowstone-Nationalpark; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Lori Jacobs

Beschreibung: Die Milchstraße entstand nicht aus einem verdampfenden Teich. Dieses Becken mit leuchtend blauem Wasser ist ungefähr 10 Meter groß, es ist als Silex Spring bekannt und liegt im Yellowstone-Nationalpark in Wyoming in den USA. Von der Quelle steigt Dampf auf, der von einer Magmakammer tief darunter aufgeheizt wird, sie wird als Yellowstone-Hotspot bezeichnet.

Unabhängig davon erhebt sich in weiter Ferne das zentrale Band unserer Milchstraße nach hoch oben, dieses Band wird von Milliarden Sternen beleuchtet. Das Bild ist ein Panorama aus drei Aufnahmen, die letzten Oktober fotografiert wurden. Falls der Yellowstone-Hotspot einen neuen Supervulkanausbruch verursacht – wie vor 640.000 Jahren -, wäre ein großer Teil Nordamerikas davon betroffen.

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