Sonnensäule mit oberem Berührungsbogen

Sonnensäule mit oberem Berührungsbogen in Providence in Rhode Island (USA).

Bildcredit und Bildrechte: Mike Cohea

Beschreibung: Das war keine typische Sonnensäule. Vor zwei Wochen, kurz nach Sonnenaufgang, staunte ein Fotograf in Providence in Rhode Island (USA) nicht schlecht, als er beim Fenster hinaussah. Die Überraschung war eine Sonnensäule, die oben aufgefächert war.

Sonnensäulen sind einzelne Lichtsäulen, die von der Sonne aufsteigen. Man sieht sie nur selten. Sie entstehen, wenn Sonnenlicht von taumelnden, sechseckigen Eisscheibchen reflektiert wird, die in der Erdatmosphäre hinabfallen. Unabhängig davon entstehen obere Berührungsbögen durch Sonnenlicht, das von fallenden sechsseitigen Eisprismen gebrochen wird.

Eine mit einem oberen Berührungsbogen verbundene Sonnensäule ist außergewöhnlich, und es war einiges an Untersuchung nötig, um herauszufinden, was da vor sich geht. Eine führende Theorie besagt, dass diese Sonnensäule – auf komplexe, unübliche Weise – ebenfalls durch fallende Eisprismen entstand.

Nur wenige würden glauben, dass dieses seltene Phänomen tatsächlich stattgefunden hat, wenn nicht der geistesgegenwärtige Fotograf eine Kamera an seinem Mobiltelefon zur Hand gehabt hätte.

Neues vom Mars: NASA-Berichterstattung von Perseverance
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Durchhalten! In sieben Minuten zum Mars


Videocredit: NASA, JPL

Beschreibung: Wie schwierig ist eine sichere Landung auf dem Mars? So schwierig, dass es viel mehr Fehlschläge gab als Erfolge. Der nächste Versuch findet am Donnerstag statt. Das Hauptproblem ist, dass die Marsatmosphäre zu dicht ist, um sie zu ignorieren – sonst schmilzt die Raumsonde. Andererseits ist die Atmosphäre zu dünn, um sich auf einen Fallschirm zu verlassen – oder die Raumsonde macht eine Bruchlandung.

Daher baut die Landesonde Perseverance, wie dieses Video zeigt, einen Großteil ihrer hohen Geschwindigkeit ab, indem sie einen riesigen Fallschirm entfaltet, dann zu Raketen wechselt, und am Ende – vorausgesetzt, dass alles klappt – wird der fahrzeuggroße Rover Perseverance von einem schwebenden „Himmelskran“ langsam an Seilen zur Oberfläche abgesenkt. Es mag verrückt klingen, doch der Rover Curiosity wurde 2012 mit einem ähnlichen Manöver auf dem Mars stationiert.

Vom Eintritt in die Atmosphäre bis zum Aufsetzen auf der Oberfläche dauert es ungefähr sieben Minuten. Alles wird von einem Bordcomputer koordiniert, weil der Mars für schnelle, interaktive Kommunikation zu weit entfernt ist. Während dieser Zeit können die Menschen auf der Erde einfach nur warten, um schließlich zu hören, ob die Landung erfolgreich war.

Letzte Woche trat die Raumsonde Hope der Vereinigten Arabischen Emirate erfolgreich in einen Orbit um den Mars ein, und am Tag darauf die chinesische Mission Tianwen-1, die voraussichtlich in den nächsten Monaten eine Landung ihres eigenen Rovers durchführt.

Aktuell: Perseverance-Berichterstattung der NASA
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Landung auf dem Mars: Sieben Minuten des Schreckens


Videorechte: NASA, JPL

Beschreibung: Ab Donnerstag gibt es auf dem Mars vielleicht einen tollen neuen Forschungsroboter – oder einen neuen Schrotthaufen. Alles hängt davon ab, ob in den Minuten nach der Ankunft der Mission Mars 2020 an ihrem neuen Heimatplaneten und beim Versuch, den Rover Perseverance zu stationieren, alles richtig läuft.

Bei der vielleicht ausgeklügeltsten Landung, die je auf dem Roten Planeten versucht wurde, werden nacheinander präzise Abläufe durchgeführt. Zum Einsatz kommen dabei ein Hitzeschild, ein Fallschirm, mehrere Raketenmanöver und der automatisierte Einsatz eines ungewöhnlichen Geräts, das als „Himmelskran“ bezeichnet wird.

Die „Sieben Minuten des Schreckens“ am Donnerstag erinnern an die Landung des Rovers Curiosity 2012 auf dem Mars, die im Video gezeigt wird. Wenn erfolgreich, landet der fahrzeuggroße Rover Perseverance auf der Marsoberfläche und erforscht bald den Krater Jezero, um die Bewohnbarkeit dieser scheinbar kargen Welt für Leben besser zu bestimmen – in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft.

Wahrscheinlich berichten mehrere Medien darüber, doch ihr könnt die Landevorgänge auch über diesen Live-Kanal der NASA im Netz verfolgen.

Aktuell: Perseverance-Berichterstattung der NASA
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Rosettennebel am langen Stiel

Der Rosettennebel NGC 2237 ist etwa 100 Lichtjahre groß und an die 5000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Einhorn (Monoceros).

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block und Tim Puckett

Beschreibung: Wäre der Rosettennebel auch mit einem anderen Namen so hübsch? Die langweilige Bezeichnung NGC 2237 im Neuen Gesamtkatalog scheint die Erscheinung des oben gezeigten blumigen Emissionsnebels am langen Stiel aus leuchtendem Wasserstoff nicht zu schmälern.

Im Nebel liegt der offener Haufen NGC 2244 aus hellen jungen Sternen, die vor ungefähr vier Millionen Jahren aus dem Nebelmaterial entstanden sind. Ihre Sternwinde schaffen ein Loch im Zentrum des Nebels, das durch eine Schicht aus Staub und heißem Gas isoliert ist. Das Ultraviolettlicht der heißen Haufensterne bringt den umgebenden Nebel zum Leuchten.

Der Rosettennebel ist etwa 100 Lichtjahre groß, an die 5000 Lichtjahre entfernt und mit kleinen Teleskopen im Sternbild Einhorn (Monoceros) zu sehen.

Durchs Universum springen: APOD-Zufallsgenerator
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Stereo-Ansicht von Eros

Ab 14. Februar 2000 verbrachte die historische Mission NEAR Shoemaker ein Jahr im Orbit um Eros und war damit die erste Raumsonde, die je einen Asteroiden umkreiste.

Bildcredit: Projekt NEAR, JHU APL, NASA

Beschreibung: Mit euren rot-blauen Brillen könnt ihr neben dem Asteroiden 433 Eros schweben. Der erdnahe Asteroid umkreist die Sonne alle 1,8 Jahre und ist nach dem griechischen Gott der Liebe benannt. Doch seine Form erinnert eher an eine klumpige Kartoffel als an ein Herz.

Eros ist eine winzige, 40 mal 14 mal 14 Kilometer kleine Welt mit einem hügeligen Horizont, Kratern, Felsbrocken und Tälern. Dieses Mosaik aus Bildern der Raumsonde NEAR Shoemaker, die zu einer Stereo-Anaglyphe verarbeitet wurden, betont seine beunruhigende Größe und die wenig romantische Form. Neben einem dramatischen Chiaroscuro lieferte NEAR Shoemakers 3D-Bildgebung wichtige Messungen der Landschaften und Strukturen des Asteroiden sowie Hinweise auf den Ursprung dieses stadtgroßen Brockens im Sonnensystem. Die kleinsten Strukturen, die man hier sieht, sind ungefähr 30 Meter groß.

Ab 14. Februar 2000 verbrachte die historische Mission NEAR Shoemaker ein Jahr im Orbit um Eros und war damit die erste Raumsonde, die je einen Asteroiden umkreiste. Vor zwanzig Jahren, am 12. Februar 2001, landete sie auf Eros – es war die erste Landung auf der Oberfläche eines Asteroiden. NEAR Shoemakers letzte Übertragung von der Oberfläche von Eros fand am 28. Februar 2001 statt.

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Spiralgalaxie NGC 1350

Die Galaxie NGC 1350 liegt optisch am Rand des Fornax-Galaxienhaufens im Chemischen Ofen.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby, Warren Keller

Beschreibung: Dieses prächtige Inseluniversum ist ungefähr 85 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im südlichen Sternbild Fornax. Die eng gewundenen Spiralarme von NGC 1350 sind von jungen blauen Sternhaufen besiedelt und bilden anscheinend einen Kreis um den großen, hellen Kern. Dadurch entsteht der Eindruck eines kosmischen Auges.

NGC 1350 ist ungefähr 130.000 Lichtjahre groß, somit ist sie etwa so groß wie die Milchstraße. Astronom*innen auf der Erde sehen die Galaxie NGC 1350 im Randbereich des Fornax-Galaxienhaufens, doch ihre geschätzte Entfernung lässt vermuten, dass sie kein Mitglied des Haufens ist. Natürlich gehören die hellen, gezackten Sterne im Vordergrund dieses Teleskop-Sichtfeldes zu unserer eigenen spiralförmigen Milchstraße.

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Cygnus-Mosaik 2010 – 2020

Panorama im Sternbild Schwan (Cygnus) in der Milchstraße mit Emissionsnebeln wie dem Nordamerikanebel NGC 7000 oder dem Pelikannebel IC 5070 sowie dem nördlichen Kohlensacknebel.

Bildcredit und Bildrechte: J-P Metsavainio (Astro Anarchy)

Beschreibung: Diese schöne Himmelslandschaft wurde in Pinselstrichen aus interstellarem Staub und leuchtendem Gas am nördlichen Ende des großen Risses im Sternbild Schwan (Cygnus) über die Ebene unserer Milchstraße gemalt. Das weite Mosaik umfasst am Himmel eindrucksvolle 28×18 Grad. Es entstand im Laufe einer Dekade aus Bilddaten mit 400 Stunden Belichtungszeit.

Links steht der Alphastern im Schwan, der helle, heiße Überriese Deneb. Der Schwan ist voller Sterne und leuchtender Gaswolken, enthält aber auch den dunklen, undurchsichtigen Nördlichen Kohlensacknebel und Sterne bildende Emissionsregionen: den Nordamerikanebel NGC 7000 und den Pelikannebel IC 5070 links gleich unter Deneb.

Auf dieser kosmischen Szenerie seht ihr viele weitere Nebel und Sternhaufen. Sterngucker*innen auf der Nordhalbkugel kennen Deneb auch als Teil zweier Asterismen. Er markiert eine Ecke des Sommerdreiecks und bildet die Spitze im Kreuz des Nordens.

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Mit Laserstrahlen den Himmel zähmen

Die Teleskope am Paranal-Observatorium der ESO sind mit Lasern ausgerüstet, um die Turbulenzen der Atmosphäre zu neutralisieren.

Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Munoz; Text: Juan Carlos Munoz

Beschreibung: Warum funkeln Sterne? Das liegt an unserer Atmosphäre. Lufttaschen mit geringfügig anderer Temperatur, die sich ständig bewegen, verzerren die Lichtpfade ferner astronomischer Objekte. Turbulenzen in der Atmosphäre sind in der Astronomie der Grund dafür, dass Bilder von Quellen, die man erforschen möchte, verschwommen abgebildet werden.

Dieses Teleskop am Paranal-Observatorium der ESO ist mit vier Lasern ausgerüstet, um diese Turbulenzen zu neutralisieren. Die Laser sind so eingestellt, dass sie Natriumatome hoch oben in der Erdatmosphäre anregen. Das Natrium gelangte durch vorbeiziehende Meteore dorthin. Diese leuchtenden Natriumflecken verhalten sich wie künstliche Sterne, deren Funkeln unmittelbar aufgezeichnet und an einen flexiblen Spiegel weitergeleitet wird. Dieser verformt sich Hunderte Male pro Sekunde. So werden die Turbulenzen der Atmosphäre ausgeglichen, was zu knackig scharfen Bildern führt.

Das Entfunkeln von Sternen ist ein wachsendes Technologiefeld und liefert in manchen Fällen Bilder mit HubbleQualität vom Boden aus. Diese Technik führte auch zu Weiterentwicklungen in der Augenheilkunde, wo sie verwendet wird, um sehr scharfe Bilder der Netzhaut zu erhalten.

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Blitze des Krebs-Pulsars


Videocredit und -rechte: Martin Fiedler

Beschreibung: Irgendwie überlebte er eine Explosion, die unsere Sonne sicher zerstört hätte. Nun rotiert er 30 Mal pro Sekunde und ist berühmt für seine schnellen Blitze. Es ist der Krebsnebel-Pulsar, der rotierende, übrig gebliebene Neutronenstern der Supernova, die den Krebsnebel erzeugt hat.

Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr in diesem Zeitlupenvideo die Blitze des Pulsars knapp über der Bildmitte. Das Video entstand durch Kombination von Bildern mit Blitzen des Pulsars, die mit Bildern von anderen vergleichbaren Zeiträumen gemischt wurden.

Möglicherweise wurden die Blitze des Krebs-Pulsars erstmals 1957 von einer unbekannten Frau bei einer öffentlichen Beobachtungsnacht der Universität Chicago beobachtet, doch keiner glaubte ihr. Die vorherige Supernovaexplosion wurde im Jahr 1054 n. Chr. von vielen beobachtet.

Der expandierende Krebsnebel bleibt eine malerische, expandierende Gaswolke, die im gesamten elektromagnetischen Spektrum leuchtet. Heute geht man davon aus, dass der Pulsar die Supernovaexplosion überlebte, weil er aus extrem dichter, quantenmechanisch entarteter Materie besteht.

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WR32 und interstellare Wolken in Carina

WR32 und NGC 3324 - der Gabriela-Mistral-Nebel - im Carinanebel im Sternbild Schiffskiel.

Bildcredit und Bildrechte: Ariel Cappelletti

Beschreibung: Sterne können wahre Künstler sein. Mit interstellarem Gas als Leinwand bildete ein massereicher, stürmischer Wolf-Rayet-Stern die malerisch zerzausten halbkreisförmigen Fasern links im Bild mit der Bezeichnung WR32. Zusätzlich bildeten die Winde und Strahlung des kleinen Sternhaufens NGC 3324 rechts oben eine 35 Lichtjahre große Höhlung, in deren rechter Seite das Profil eines Gesichtes erkennbar ist. Der landläufige Name der Region ist Gabriela-Mistral-Nebel nach der berühmten chilenischen Dichterin.

Die beiden interstellaren Nebel liegen ungefähr 8000 Lichtjahre entfernt im großen Carinanebel, einer komplexen Sternumgebung mit zahlreichen Wolken aus Gas und Staub, die voller fantastischer und fantasieanregender Formen sind. Diese Teleskopansicht zeigt die charakteristischen Emissionen dieser Nebel, die von ionisierten Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen stammen. Diese wurden in roten, grünen und blauen Farbtönen der beliebten Hubble-Palette kartiert.

Neu: APOD ist jetzt auf Bulgarisch verfügbar!
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Blaue Nachzüglersterne im Kugelsternhaufen M53

Dieser Kugelsternhaufen im Haar der Berenike ist als M53 bekannt und als NGC 5024 katalogisiert und enthält sehr viele Blaue Nachzüglersterne.

Bildcredit und Bildrechte: ESA/Hubble, NASA

Beschreibung: Wäre unsere Sonne Teil dieses Sternhaufens, dann würde der Nachthimmel wie ein Schatzkästchen voller heller Sterne glänzen. Dieser Haufen ist als M53 bekannt und als NGC 5024 katalogisiert. Er ist einer von ungefähr 250 Kugelsternhaufen, die noch in unserer Galaxis vorhanden sind. Die meisten Sterne in M53 sind älter und röter als unsere Sonne, doch einige rätselhafte Sterne sind anscheinend blaustichiger und jünger. Diese jungen Sterne widersprechen scheinbar der These, dass alle Sterne in M53 fast gleichzeitig entstanden sind.

Diese ungewöhnlichen Sterne sind als Blaue Nachzüglersterne bekannt, und M53 enthält ungewöhnlich viele davon. Nach vielen Debatten geht man heute davon aus, dass Blaue Nachzügler Sterne sind, die durch frische Materie verjüngt wurden, welche von einem Doppelsternbegleiter überströmte. Wenn man Bilder von Kugelsternhaufen wie etwa dieses Bild des Weltraumteleskops Hubble analysiert, ist die Häufigkeit von Sternen wie Blauen Nachzüglern ein nützlicher Hinweis für Astronom*innen, um das Alter des Kugelsternhaufens zu bestimmen und so das Alter des Universums einzugrenzen.

M53 findet ihr mit einem Fernglas im Sternbild Haar der Bernike (Coma Berenices). Er enthält mehr als 250.000 Sterne und ist einer der am weitesten vom Zentrum unserer Galaxis entfernten Kugelsternhaufen.

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