Koronaler Regen auf der Sonne

Videocredit: Solar Dynamics Observatory, SVS, GSFC, NASA; Musik: „Thunderbolt“ von Lars Leonhard

Regnet es auf der Sonne? Ja, aber nicht Wasser, sondern extrem heißes Plasma. So einen Regen gab es Mitte Juli 2012 nach einer mittleren Eruption auf der Sonne. Dabei kam es auch zu einem koronalen Massenauswurf.

Danach geschah etwas eher Ungewöhnliches. In der nahen Sonnenkorona wurde Plasma gefilmt, als es abkühlte und zurückfiel. Das Phänomen nennt man einen koronalen Regen. Protonen und Ionen sind elektrisch geladen. Daher lenkt sie der koronale Regen entlang von bestehenden Magnetschleifen zierlich zur Oberfläche der Sonne. Die Szene wirkt wie ein surrealer Wasserfall in drei Dimensionen ohne Quelle.

Wir sehen das überraschend ruhige Schauspiel hier in Ultraviolett. Die Materie leuchtet mit einer Temperatur von etwa 50.000 Kelvin. Jede Sekunde im Zeitraffervideo dauert in Wirklichkeit etwa 6 Minuten. Also dauerte der ganze koronale Regenschauer an die 10 Stunden. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass so ein koronaler Regen auch in kleineren Schleifen auftreten kann. Manchmal dauert er bis zu 30 Stunden.

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