Der Tag nach Mars

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Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri (CARA-Projekt, CAST)

Beschreibung: Der 31. Oktober 1938 war der Tag, nachdem Marsbewohner den Planeten Erde erreicht hatten, und alles war ruhig. Es stellte sich heraus, dass die Berichte von der Invasion Teil einer Halloween-Radiosendung waren – dem inzwischen berühmten Hörspiel, das auf dem Science-Fiction-Roman „Der Krieg der Welten“ von H.G. Wells basiert.

Auch auf dem Mars war der 20. Oktober 2014 ruhig. Es war der Tag nach seiner nahen Begegnung mit dem Kometen Siding Spring (C/2013 A1). Das war keine Falschmeldung – dieser Komet kam tatsächlich etwa 140.000 Kilometer an den Mars heran, das entspricht etwa einem Drittel der Erde-Mond-Distanz. Die Rover und Raumsonden der Erde in der Marsumlaufbahn und auf der Oberfläche berichteten von keinen schädlichen Auswirkungen, doch sie hatten einen Logenplatz, als der Besucher aus dem äußeren Sonnensystem vorüberzog.

Dieser farbenprächtige Teleskop-Schnappschuss ist breiter als 2 Grad und zeigt die Sterne im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) sowie unsere Sicht auf den Mars am Tag danach. Der bläuliche Stern 51 Ophiuchi steht rechts oben, und der Komet taucht gerade aus dem hellen Glanz des Roten Planeten auf.

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Die unerwartete Flugbahn des interstellaren Asteroiden 'Oumuamua


Videocredit: NASA, JPL, Caltech

Beschreibung: Warum weicht 'Oumuamua von seiner erwarteten Flugbahn ab? Letztes Jahr wurde 1I/2017 U1 'Oumuamua zum ersten uns bekannten Asteroiden aus dem interstellaren Raum, der unser Sonnensystem passierte. Vor etwas mehr als einem Jahr zog dieser taumelnde interstellare Gesteinsbrocken sogar recht nahe an der Erde vorbei.

Die weitere Bahn des Asteroiden hätte mithilfe der Standardgravitation leicht berechenbar sein sollen, doch 'Oumuamuas Bahn wich leicht davon ab. Diese Animation zeigt, wie sich 'Oumuamua der Umgebung der Sonne nähert und sie wieder verlässt. Beide Bahnen – die anhand der Gravitation erwartete sowie die beobachtete – sind beschriftet. Die führende natürliche Hypothese führt diese unerwartete Abweichung auf interne Gasströme zurück, die auf dem von der Sonne erwärmten Asteroiden aktiv wurden – doch es werden weiterhin Vermutungen angestellt und Computersimulationen durchgeführt.

'Oumuamua kehrt nie zurück, doch heutige Himmelsüberwachungen werden voraussichtlich innerhalb der nächsten Jahre ähnliche interstellare Asteroiden finden und verfolgen.

Radiotipp:

Ö1-SendungSternderl schauen – dem Himmel so nah“ – online nachhören!

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ʻOumuamua: Interstellarer Asteroid

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Illustrationscredit: Europäische Südsternwarte, M. Kornmesser

Beschreibung: Noch nie zuvor war etwas Vergleichbares zu sehen. Der ungewöhnliche Weltraumfels ʻOumuamua fasziniert, hauptsächlich, weil er der erste Asteroid von außerhalb unseres Sonnensystems ist, der je entdeckt wurde – doch angesichts moderner computergestützter Himmelsüberwachung werden wohl viele weitere folgen. Daher nahmen die Teleskope der Menschheit – fast jeglicher Art – ʻOumuamua in ihren Beobachtungsplan auf, um mehr über diesen ungewöhnlichen interstellaren Besucher zu erfahren.

Diese künstlerische Illustration zeigt, wie ʻOumuamua aus der Nähe aussehen könnte. ʻOumuamua fasziniert auch, weil er unerwartete Parallelen mit Rama aufweist, einem berühmten fiktiven interstellaren Raumschiff aus dem Spätwerk des Sciencefiction-Schriftstellers Arthur C. Clarke. Wie Rama ist auch ʻOumuamua ungewöhnlich länglich, rotiert um seine Längsachse, muss aus festem Material bestehen, um nicht auseinanderzubrechen, zieht durch unser Sonnensystem hindurch und zog für etwas, das nicht durch Gravitation gebunden ist, ungewöhnlich nahe an der Sonne vorbei.

Anders als bei einem Raumschiffbesucher passen jedoch ʻOumuamuas Flugbahn, Geschwindigkeit, Farbe und sogar die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung zu einer natürlichen Entstehung vor vielen Millionen Jahren bei einem gewöhnlichen Stern, einer Abstoßung nach einer Gravitationsbegegnung mit einem normalen Planeten, um anschließend unsere Galaxis alleine zu umkreisen. Trotz ʻOumuamuas wahrscheinlich gewöhnlichem Ursprung darf die Menschheit hoffen, dass wir eines Tages die Technik besitzen, um ʻOumuamua – oder einen anderen Eindringling ins Sonnensystem – in unser eigenes interstellares Rama umzubauen.

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